KOMMENTAR
Unsichtbare "Ländle"-Kunst
CHRISTA DIETRICH christa.dietrich@vn.vol.at, •72/501-225
Neben den Äpfeln
oder gar neben den Kälbern will man zwar nicht eingereiht werden,
dennoch ist die Präsentation der "Ländle"-Kunst neben vielen weiteren
beliebten Produkten aus Vorarlberg seit Jahrzehnten ein Thema. Man erinnert
sich, dass sogar das Pförtnerhaus in Feldkirch als Raum im Gespräch
war, bevor die Stadt Bregenz in einem klugen Schachzug einen Grund
freigab, damit das Land dort sein Haus für die Kunst errichten konnte. Da steht es nun
seit knapp zehn Jahren am Bregenzer Seeufer und ist alles andere
geworden als eine Landesgalerie. Das aus einem Wettbewerb
hervorgegangene Siegesprojekt des Schweizer Architekten Peter Zumthor
umzusetzen, war aber auch zu verlockend. Und überhaupt wurden schon im
Zuge der Konzepterstellung Stimmen laut, dass die "Ländle"-Kunst in
ihrer Gesamtheit doch nicht dazu taugen könnte, dem internationalen
Publikum präsentiert zu werden. umindest gab es
berechtigten Zweifel daran, dass sie auch jener Magnet sein könnte, für
den sich ein Neubau lohnt. Das Kunsthaus Bregenz reiht sich nun als
Podium für zeitgenössische Kunst unter die großen internationalen
Adressen, die Kunst aus Vorarlberg (niemand zweifelt daran, dass
wirklich Sehenswertes dabei ist) dämmert im oberen Stockwerk des
Landesmuseums vor sich hin oder schlummert in den Depots. Auch in den
städtischen. Im Zuge des Museumsausbaues sollte sich das ändern. Und zwar grundlegend.
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