"Fehler gemacht, für die ich alleine
verantwortlich bin"
MAK-Direktor Peter Noever tritt zurück
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Noever Anfang Februar bei der Pressekonferenz zu 'Art, Not Compromise /
Kunst statt Kompromiss' im MAK.
(© APA/Techt)
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Von WZ Online

Stellvertreterin übernimmt vorerst Leitung.

Kuratorium wird Strafanzeige erstatten.
Wien.
Peter Noever, Direktor des Wiener MAK (Museum für Angewandte Kunst),
tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Dies habe er dem Kuratorium und
Kulturministerin Claudia Schmied mitgeteilt, erklärte Noever.
Er habe im Zusammenhang mit "Veranstaltungen im MAK rund um den
Geburtstag meiner Mutter" "Fehler gemacht, für die ich alleine
verantwortlich bin". "Ich hätte retrospektiv die Veranstaltungen - auch
wenn sie dem Museum genützt haben - der Privatsphäre zuordnen müssen",
so Noever weiter. "Ich bedaure diese Fehler und den Umstand, dass diese
Veranstaltungen über Jahre so durchgeführt wurden. Um nun weiteren
Schaden vom MAK durch die öffentliche Diskussion dieser Angelegenheit
abzuhalten und die Angelegenheit auch von meiner Seite im Sinne einer
vollständigen Bereinigung ohne Beeinträchtigung des von mir übernommenen
Amtes rasch und vollständig zu Ende bringen zu können", habe er seinen
Rücktritt erklärt.
Die Kulturministerin hat den Rücktritt angenommen. Die
stellvertretende Direktorin Martina Kandeler-Fritsch wird das Haus bis
auf weiteres leiten, heißt es in einer Stellungnahme von Claudia
Schmied, in der auch hervorgehoben wird, dass auf Wunsch des
Kulturministeriums Sonderprüfungen des Wirtschaftsprüfers stattgefunden
hätten. Diese hätten "dazu beigetragen", "Malversationen des
Geschäftsführers Peter Noever rasch und kompromisslos aufzuzeigen".
Seitens des Kuratoriums werde Strafanzeige erstattet.
"Vertrauensbasis nicht mehr gegeben"
Das Kuratorium hatte sich heute mit der Überprüfung der privaten
Feiern von Noever befasst. Die Wirtschaftsprüfer von
"PricewaterhouseCoopers" (PwC) seien auf Unregelmäßigkeiten bei den
Modalitäten der Verrechnung der dabei angefallenen Cateringkosten
gestoßen, allerdings sei dem Museum "soweit es bisher festzustellen war
aus diesen Vorfällen kein wirtschaftlicher Schaden entstanden, da sich
Herr Noever bereit erklärt hat, sämtliche finanziellen Schäden zu
ersetzen", heißt es in einer Stellungnahme des Kuratoriums. "Trotz der
somit gezeigten 'tätigen Reue' wird das MAK Kuratorium Strafanzeige
gegen den ehemaligen Direktor erstatten. PwC wurde mit einer
vertiefenden Prüfung betraut um eventuelle weitere Unregelmäßigkeiten
nachzugehen."
Die Vorgänge im Zusammenhang mit der Abwicklung der privaten Feiern
haben dazu geführt, "dass die Vertrauensbasis zwischen Herrn Noever und
dem Kuratorium nicht mehr gegeben war", so Kuratoriumsvorsitzender
Andreas Treichl. "Wir danken ihm für seine 25 Jahre Tätigkeit, in denen
er das MAK und seinen Ruf weit über die Grenzen Österreichs hinaus auf-
und ausgebaut hat. Wir sind aber bestürzt, dass eine Vermischung von
privaten Angelegenheiten mit seiner Funktion als Direktor des MAK seine
so erfolgreiche Amtszeit nunmehr überschattet und ein so abruptes Ende
setzt." (APA)
Mittwoch, 23. Februar 2011 17:16:00
Update:
Mittwoch, 23. Februar 2011 19:32:00