21.07.2003 14:40
Wo ist die Kunst?
Das Mumok findet
derzeit 27 Sammlungswerke nicht - Fehlbestände auch im Kunsthistorischen Museum
und im Belvedere
Wien - Aus dem Sammlungsbestand des Museums Moderner Kunst
Stiftung Ludwig (Mumok) im Wiener MuseumsQuartier sind derzeit 27 Kunstobjekte
nicht auffindbar. Dies geht aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage
der SPÖ an die für die Museen zuständige Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V)
hervor.
Im Mumok fehlen "Werke nicht namhafter Künstler"
Im
Mumok bestätigt man den Fehlbestand, betont jedoch, dass die Arbeiten zum Teil
schon seit den 1970er Jahren vermisst werden und es sich um "Werke von nicht
namhaften Künstlern" handelt, die im Durchschnitt rund 200 Euro wert seien.
Vermisst werden in erster Linie Grafiken, VHS-Kassetten und Plakate, die zum
Teil von externen Ausstellungen nicht ins MUMOK
zurückkehrten.
Fehlbestände des Museums sind "physisch niemals dem KHM
übergeben worden"
Auch aus der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen
Museums (KHM) ist der Standort von 153 Gemälden unbekannt, so Gehrer in der
Anfragebeantwortung. Dies betreffe jedoch "überwiegend Objekte, die zwar von der
Gemäldegalerie inventarisiert geführt werden, physisch jedoch niemals der
Gemäldegalerie und somit dem KHM übergeben worden sind" sowie vermutlich auf
Grund von Kriegsverlusten fehlende Objekte. Diese seien "im Wesentlichen seit
der Revision im Jahr 1949 unauffindbar". Aus der Albertina fehle ein
Skizzenbuch, im Naturhistorischen Museum ist der Standort von zwei Bildern aus
der Anthropologischen Abteilung unbekannt. In diesem Zusammenhang hat es 2000
eine polizeiliche Verlustanzeige gegeben.
Parlamentarische Anfrage
bezog sich auf Unauffindbares im Belvedere
Die parlamentarische
Anfrage bezog sich auf unauffindbare Kunstwerke aus der Österreichischen Galerie
Belvedere. Dort wurde die Zahl der vermissten Objekte von 226 auf 184 reduziert.
Es habe etwa Verwechslungen durch Namensgleichheit oder mit anderen
Inventarnummern gegeben, manche Objekte konnten im Depot identifiziert werden.
Bei den weiterhin fehlenden Werken handelt es sich meist um Arbeiten auf Papier,
Kleinplastiken und - in der Minderzahl - um Ölgemälde von "wenig bedeutenden"
Künstlern. Der heutige Wert dürfte "zwischen einigen tausend und wenigen hundert
Euro" liegen, so die Ministerin. (APA)