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kunstraum
Orte und Raum nehmen in der Arbeit Anna Meyers einen
zentralen Stellenwert ein. Unterm Titel "Schach" lässt die Schweizerin
neue in kräftigen Ölfarben gemalte Stadtveduten kulminieren. Da wird mit
in Ägypten gefundenen Sujets der kulturelle Raum des "Anderen"
thematisiert: Straßenszenen, fliegende Händler, der Stadtrand, ruinöse
Architektur, städtischer Mikrokosmos. Zugleich wird die Arbeit am
Ausstellungsraum selbst zum Thema: Ein schachbrettartig bemalter,
perspektivisch verzerrter Linoleumfleck liegt auf dem Boden. Sein Muster
setzt sich in den Bildern fort. Eine größere Zahl bemalter Alutafeln hängt
frei an Schnüren von der Decke. Ein Wandstück und ein Teil des Außenraums
sind mit einer Kaskade blütenweißer Din-A-4-Bögen beklebt. Auf dem Boden
steht schließlich ein Kartonmodell von Karl Schwanzers 20er-Haus-Pavillon,
das im daneben laufenden Video plötzlich durch die Luft zu fliegen beginnt
- eine starke Ansage an die Malerei (I., Eschenbachgasse 9; bis 18.
September).
GALERIE MARTIN JANDA: IRONIE UND WITZ
Mit viel Ironie tritt Joe Scanlan, 42jähriger Amerikaner,
dem Reinheitsgebot der Moderne entgegen. Puristisch weiß liegen ein Stapel
zugeschnittener Spanplatten und ein Rost auf einer niedrigen
minimalistischen Plattform. Dazu ein paar Vasen, Sträuße, Kissen. Ein
Handbuch erklärt, wie man daraus einen Sarg bauen kann. Das gelbblaue
Signet "DIY" verrät die Herkunft all dessen: Ikea lässt grüßen. High-Art
aus Low-Budget Elementen. Würdige Kategorien schmeißt Scanlan auch mit
seiner "Concrete Poetry" über den Haufen. Auf Demo-Taferln teilt er
Breitseiten gegen Stararchitekten aus: Mieses to Pieces, Corbu ist
GESTORBU, Wright ist eine Schwerkrankheit. Damit alles klar ist, grinst
Scanlan zuletzt noch mit Schmutz-verschmiertem Antlitz aus dem "Self
Portrait". Unverschämt gut! (I., Eschenbachgasse 9; bis 18. September).
GALERIE CONTACT: ERDIGE FARBEN
Die Darstellung der Erde ist Heinz Göbels Metier. Sie
liefert dem 56jährigen Themen und bestimmt seine Farbpalette. Neben
gebrochenen Blau-, Grau-, Grüntönen dominiert seine Malerei die
Braunskala. Gut zwei Dutzend Landschaftsbilder aus den letzten beiden
Jahren versammelt der Salzburger nun unterm Titel "Erdklänge". Immer
wieder bezieht er sich auf Gesteinsformationen, kaum eine Arbeit, die
nicht eine entsprechende Bezeichnung aufweist: Erdstufen, Glaziale Spuren,
Salzfelsen, Steinfluchten. Als wollte er das Motiv vermittels der Leinwand
mit der Umgebung des Bildes verankern, lässt Göbel die Malerei zu den
Rändern hin hell auslaufen. Das Braun kippt zum Beigen, helles Gelb,
lichtes Grau mischt sich mit Weiß (I., Singerstraße 17; bis 27.
September). Johann Hofleitner
© Die Presse | Wien
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