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12.09.2003 - Ausstellung
GALERIE KROBATH WIMMER: "SCHACH" - GALERIE MARTIN JANDA: IRONIE UND WITZ - GALERIE CONTACT: ERDIGE FARBEN


kunstraum

Orte und Raum nehmen in der Arbeit Anna Meyers einen zentralen Stellenwert ein. Unterm Titel "Schach" lässt die Schweizerin neue in kräftigen Ölfarben gemalte Stadtveduten kulminieren. Da wird mit in Ägypten gefundenen Sujets der kulturelle Raum des "Anderen" thematisiert: Straßenszenen, fliegende Händler, der Stadtrand, ruinöse Architektur, städtischer Mikrokosmos. Zugleich wird die Arbeit am Ausstellungsraum selbst zum Thema: Ein schachbrettartig bemalter, perspektivisch verzerrter Linoleumfleck liegt auf dem Boden. Sein Muster setzt sich in den Bildern fort. Eine größere Zahl bemalter Alutafeln hängt frei an Schnüren von der Decke. Ein Wandstück und ein Teil des Außenraums sind mit einer Kaskade blütenweißer Din-A-4-Bögen beklebt. Auf dem Boden steht schließlich ein Kartonmodell von Karl Schwanzers 20er-Haus-Pavillon, das im daneben laufenden Video plötzlich durch die Luft zu fliegen beginnt - eine starke Ansage an die Malerei (I., Eschenbachgasse 9; bis 18. September).

GALERIE MARTIN JANDA: IRONIE UND WITZ

Mit viel Ironie tritt Joe Scanlan, 42jähriger Amerikaner, dem Reinheitsgebot der Moderne entgegen. Puristisch weiß liegen ein Stapel zugeschnittener Spanplatten und ein Rost auf einer niedrigen minimalistischen Plattform. Dazu ein paar Vasen, Sträuße, Kissen. Ein Handbuch erklärt, wie man daraus einen Sarg bauen kann. Das gelbblaue Signet "DIY" verrät die Herkunft all dessen: Ikea lässt grüßen. High-Art aus Low-Budget Elementen. Würdige Kategorien schmeißt Scanlan auch mit seiner "Concrete Poetry" über den Haufen. Auf Demo-Taferln teilt er Breitseiten gegen Stararchitekten aus: Mieses to Pieces, Corbu ist GESTORBU, Wright ist eine Schwerkrankheit. Damit alles klar ist, grinst Scanlan zuletzt noch mit Schmutz-verschmiertem Antlitz aus dem "Self Portrait". Unverschämt gut! (I., Eschenbachgasse 9; bis 18. September).

GALERIE CONTACT: ERDIGE FARBEN

Die Darstellung der Erde ist Heinz Göbels Metier. Sie liefert dem 56jährigen Themen und bestimmt seine Farbpalette. Neben gebrochenen Blau-, Grau-, Grüntönen dominiert seine Malerei die Braunskala. Gut zwei Dutzend Landschaftsbilder aus den letzten beiden Jahren versammelt der Salzburger nun unterm Titel "Erdklänge". Immer wieder bezieht er sich auf Gesteinsformationen, kaum eine Arbeit, die nicht eine entsprechende Bezeichnung aufweist: Erdstufen, Glaziale Spuren, Salzfelsen, Steinfluchten. Als wollte er das Motiv vermittels der Leinwand mit der Umgebung des Bildes verankern, lässt Göbel die Malerei zu den Rändern hin hell auslaufen. Das Braun kippt zum Beigen, helles Gelb, lichtes Grau mischt sich mit Weiß (I., Singerstraße 17; bis 27. September). Johann Hofleitner



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