| Salzburger Nachrichten am 16. März 2006 - Bereich:
Mumok sucht "Kontakt" zum Osten
Das Museum Moderner Kunst stellt ab Freitag die Kunstsammlung der
Erste-Bank unter dem Titel "Kontakt" vor. Die Schau ist auf Wien und
Preßburg aufgeteilt und soll das jüngere osteuropäische Kunstschaffen
stärker im "Westen" positionieren. Zeitgleich startet die Schau "Planets
of Comparison" des bulgarischen Künstlers Plamen Dejanoff, der dem Mumok
eine "Filiale" in Bulgarien zur Verfügung stellt. Der Schwerpunkt der Erste Bank-Sammlung liege auf performativer Kunst
der 60er Jahre und ergänze damit die Sammlung des Hauses perfekt,
schilderte Mumok-Direktor Edelbert Köb am Donnerstag. Die beiden am
Freitag startenden Ausstellungen weisen in ihrer Verschiedenheit
Zusammenhänge auf, so Köb. Nicht nur, dass Dejanoff aus dem
osteuropäischen Raum stamme, sei sowohl bei der Erste Bank als auch beim
Bulgaren "der Aspekt des Sammelns wichtig". Dass die Erste Bank zudem gerade in Bulgarien noch nicht präsent ist,
das Mumok dort durch eine Kooperation mit Dejanoff aber doch ein Standbein
erhält, lasse zwar durchaus einen "kolonialistischen Aspekt" vermuten. Das
Ganze sei aber "keine Einbahnstraße", sagte Köb. Tatsächlich wurden besonders der Austausch und die Kooperation zwischen
Wien und Preßburg sowie Wien und Veliko Tarnovo, dem zentralen Ort für
Dejanoff, betont. Die Werke der Erste Bank-Ausstellung teilen sich auf
Wien und Bratislava auf: Die historisch früheren Arbeiten aus den
60er-,70er- und 80er Jahren sind im Mumok zu sehen, die jüngeren
Positionen sind in den so genannten tranzit workshops in Preßburg
ausgestellt. (S E R V I C E - Gratis-Busse zur Ausstellung in Bratislava am Freitag
ab 17 Uhr, Abfahrt Bellariastraße. Anmeldung erforderlich unter
mailto:anmeldung@mumok.at, 01 52500 14 70. http://, http://) |