text breit  text schmal  
drucken 
Bilder keine Bilder

derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
24. April 2007
13:46 MESZ
Link
www.viennaartweek.at 
Screenshot: viennaartweek
viennaartweek 2007: Neben 64 Einzelveranstaltungen wie Diskussionen, Atelier- und Museumsbesuche werden auch auch Künstler eingeladen, Interventionen im öffentlichen Raum vorzunehmen.

viennaartweek: Opinion Leader der Kunstwelt in Wien
Dienstag Abend wird in der Albertina die dritte "viennaartweek" (bis 29. April) eröffnet

Wien - Der künstlerische Leiter Robert Punkenhofer freute sich am Vormittag bei der Präsentation über Breite und Tiefe des insgesamt 64 Einzelveranstaltungen umfassenden Programms, aber auch über die Qualität des Teilnehmerfeldes: "Es ist sicher das bisher beste Programm, und wir haben geniale Köpfe der Kunstwelt hier."

Jede beteiligte Institution durfte zwei Vertreter von Partnern nach Wien einladen, dazu kommen eine Vielzahl von Referenten und Interessenten sowie Sammler, die auch Synergien mit der gleichzeitig stattfindenden Kunstmesse viennafair nutzen. Die 2005 auf Initiative des Art Cluster Vienna erstmals ausgerichtete Veranstaltung, die sich in erster Linie an Opinion Leader der Kunstwelt richtet, sei mittlerweile "sicher die wichtigste Veranstaltung im Bereich der Bildenden Kunst in Zentraleuropa". Das wie im Vorjahr rund 400.000 Euro betragende Budget wird praktisch zur Gänze über Sponsoren getragen, allerdings habe man für die Zukunft bereits sehr positive Signale seitens der öffentlichen Hand, sagte Art Cluster-Präsident Martin Böhm. Böhm betonte, wie positiv man international die bei der viennaartweek demonstrierte Zusammenarbeit aller Wiener Kunst-Institutionen registriere.

Kulturministerin Claudia Schmied (S) wird die viennaartweek am Abend eröffnen. Zuvor gibt es unter dem Titel "Content Counts! Vienna's Museums as Think Tanks for the Art World?" eine Diskussion der Museumsdirektoren Agnes Husslein-Arco, Wilfried Seipel, Peter Noever, Klaus Albrecht Schröder und Kunsthallen-Leiter Gerald Matt. "Das hat es noch nie gegeben", freute sich Punkenhofer. Ebenfalls neu sind die von Kuratoren begleiteten Atelierbesuche, die bereits heute Nachmittag zu Künstlern wie Dorit Margreiter, Maria Lassnig, Lois und Franziska Weinberger, Heimo Zobernig, Florian Pumhösl, Hans Weigand, Johanna Kandl, Otto Zitko oder Kamen Stoyanov führen. "Diese studio visits sind alle ausgebucht und bringen internationale Kuratoren und Kunstkritiker zu den Künstlern."

Neben einem breiten Programm, das sich am Angebot der Wiener Museumslandschaft orientiert (Punkenhofer: "Wir ziehen den Spannungsbogen von der Antike über das Biedermeier bis zu Yves Klein und der Gegenwartskunst von Südkorea."), gibt es zahlreiche international besetzte Panel Diskussionen etwa über "China als aufsteigende Kunstmacht", "Kunst aus Osteuropa" oder "Innovationen in der kuratorischen Praxis", aber auch über die Attraktivität von Biennalen und Triennalen oder die Beziehung von Künstlern und Kunstmarkt.

Am Donnerstag wird im Liechtenstein Museum zum zweiten Mal der "viennaartbookaward", der mit 25.000 Euro höchst dotierte Kunstbuchpreis der Welt, verliehen. "Es haben über 80 Verlage teilgenommen, in der historischen Bibliothek des Liechtenstein Museums liegen alle Einsendungen auf", so Böhm. Der Gewinner werde "eine ziemliche Überraschung".

Im Rahmen der viennaartweek wurden auch Künstler eingeladen, Interventionen im öffentlichen Raum vorzunehmen. So hat der in London lebende US-Amerikaner Ian Monroe eine Anzahl kleiner Spiegelwürfel in der Stadt verteilt, deren Koordinaten via Google Earth verbunden und über die Website http://www.ianmonroe.net geortet werden können. Die Kuben sollen die historische Struktur der Stadt überlagern und neu lesbar machen. Erwin Redl kreiert ein Licht-Objekt, das im Hotel "Le Meridien" zu sehen ist, Werner Reiterer eine Tonspur für das Museumsquartier. (APA)


© 2007 derStandard.at - Alle Rechte vorbehalten.
Nutzung ausschließlich für den privaten Eigenbedarf. Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.