VN Mi, 18.7.2001

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Koons steht die Führungsrolle zu

Kunsthaus-Direktor Eckhard Schneider will bei Personalen höchster Qualität bleiben

Bregenz (VN-cd) "Jeff Koons ist eine Leitfigur innerhalb der Kunst und wird es immer stärker sein." Die Frage, wie der Bregenzer Kunsthausdirektor Eckhard Schneider auf Koons kam, ist damit fast geklärt. Gestern Abend wurde die große Sommerausstellung mit neuen Werkzyklen des amerikanischen Künstlers - über die bereits berichtet wurde - eröffnet.

"VN": Der Sommerausstellung wird in einer Festspielstadt wie Bregenz immer besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Wie kamen Sie ausgerechnet auf Jeff Koons?

Schneider: Dafür gibt es drei wichtige Gründe. Zunächst muss man betonen, dass Koons ein erstklassiger Künster ist. Ich möchte behaupten, dass er nach dem Tod von Andy Warhol auf eine bestimmte Art diese Führungsrolle übernommen hat. Gerade diese Ausstellung beweist, dass er sie auch einnehmen kann. Zweitens ist es seine Reichweite innerhalb der Kunst selbst. Er hat viele Künstler beeinflusst. Drittens war es eine strategische Entscheidung für den Standort Vorarlberg und den Standort Bregenz.

"VN": Heißt das, dass auch das Programm des nächsten Jahres lauter Einzelausstellungen aufweist.

Schneider: Ja. Auch verschiedene Fachleute haben mir bestätigt, dass dieses Haus nach Einzelausstellungen schreit.

"VN": Themenausstellungen sind sehr aufwendig.

Schneider: Dass es Personalen nicht sind, ist ein großer Irrtum. Wir arbeiten mit den Künstlern über einen längeren Zeitraum hart an solchen Ausstellungen. Andere Häuser haben sich über Jahre um Jeff Koons bemüht. Ich schließe allerdings nicht aus, dass wir von Zeit zu Zeit auch Themenausstellungen machen.

"VN": Zurück zu Koons. Skulpturen, für die er ebenso bekannt ist, sind in dieser Ausstellung nicht vertreten.

Schneider: Die Produktionsverhältnisse sind bei seinen hohen Ansprüchen im Moment so schwierig, dass es keine neuen, fertiggestellten Skulpturen gibt.

"VN": Unmittelbar nach der Presseführung am Montag gab es mehrere Meldungen großer Nachrichtenagenturen mit dem Titel "Kitsch-Künstler Koons in Bregenz". Was sagen Sie dazu?

Schneider: Da mache ich mir keine großen Gedanken. Außer, dass es sich wieder einmal bestätigt, dass manche Medien hinterherhängen. Man ist immer noch bei den Themen der 80er Jahre. Teile des Schaffens von Jeff Koons weisen in Richtung Kitsch insofern, als er gesagt hat, dass Kitsch für ihn etwas Selbstverständliches sei.

"VN": Das Budget des Kunsthauses ist verglichen mit großen Ausstellungshäusern ja nun nicht so gewaltig und Koons liegt gut im Markt. Wie ist das zu bewältigen?

Schneider: Wir haben eine Basisfinanzierung durch das Land. Wir refinanzieren aber auch viel über Erträge, also über Besucher. Wichtig ist, dass wir mit zeitgenössischer Kunst arbeiten und dass der Qualitätsstandard hoch bleibt.

"VN": Gibt es dazu noch ausreichend Namen?

Schneider: Es gibt noch einige. Wir bleiben im nächsten Jahr bei Personalen und ich verspreche ihnen, es werden nicht mehr nur Männer sein.

Arbeit von Jeff Koons aus der Serie "Easyfun-Ethereal", (Foto: Hofmeister)

Eckhard Schneider: Die Messlatte ist hoch zu legen. (Foto: VLK)




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