Kassel - Zum fünfzigjährigen Bestehen ist der Kasseler documenta an eine Jubiläumsausstellung gewidmet - mit Arbeiten von 65 der insgesamt mehr als 2000 beteiligten Künstler. In Kassel läuft die Schau bis zum 20. November. Ein Teil von ihr wird 2006 in Brüssel, im spanischen Salamanca und in Warschau gezeigt und soll anschließend in Südostasien und Neuseeland Station machen.
Es sei nicht Ziel, eine Auswahl der besten modernen Künstler zu präsentieren, sagte Kurator Michael Glasmeier - obwohl sich bekannte Namen wie Wilhelm Lehmbruck, Joseph Beuys und Richard Hamilton finden. Vielmehr seien Arbeiten ausgewählt worden, die Vielfalt und Gegensätzlichkeit der elf bisherigen documenta- Ausstellungen illustrierten.
Mythos und Legenden
Jeder documenta ist in der Kunsthalle Fridericianum separat von den Kunstwerken ein eigener Ausstellungsraum gewidmet. Dort werden mit Text- und Fototafeln sowie Material aus dem documenta-Archiv die jeweilige Ausstellung und teils auch die Proteste gegen die moderne Kunst illustriert. Beleuchtet wird auch der Mythos der documenta und die Legenden um ihren Kurator. Wiederaufgeführt wird außerdem das bei der ersten documenta 1955 gezeigte Filmprogramm mit Klassikern der Filmkunst.
Die documenta in Kassel gilt als bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst weltweit. Das "Museum der 100 Tage" wurde 1955 von dem Maler und Kunstprofessor Arnold Bode begründet und war zunächst als einmaliges Begleitprogramm zur Kasseler Bundesgartenschau 1955 geplant. Wegen ihres großen Erfolgs wurde die Ausstellung wiederholt und findet seit 1972 alle fünf Jahre statt. Die zwölfte documenta ist im Sommer 2007 geplant. (APA/dpa)