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einmal ist im Zusammenhang mit der Institution Museum die magische
Keule „Besucherzahl“ medial niedergeprasselt, und wieder einmal stellt
sich die Frage: Wozu eine solche Diskussion? Wem nützt sie? Und wer ein
bisschen genauer hinschaut, möchte wahrscheinlich auch noch wissen, auf
welchen Voraussetzungen diesbezügliche Argumente und Beobachtungen
beruhen. Grundsätzlich sind hier zwei Dinge festzuhalten: Jedes
Museum wie auch jeder andere Kulturort ist zum einen glücklich, wenn
sich viele Menschen für das Angebot interessieren. Jüngste statistische
Nachforschungen haben übrigens ergeben, dass in den
oberösterreichischen Museen etwa so viele Besuche zu verzeichnen sind,
wie unser Bundesland Einwohner hat – rund 1,4 Millionen pro Jahr. Zum
anderen muss aber betont werden, dass Besucherzahlen – genauer gesagt,
Besuchszahlen, weil es sich ja vielfach um „Wiederholungstäter“ handelt
–, in keiner Weise als dominanter Qualitätsparameter für Museen
geeignet sind. Besucherzahlen sind zudem von sehr vielen anderen
Faktoren abhängig, die außerhalb des Einflussbereichs von Museen
liegen: Ist die Region eine Tourismusregion? Gibt es bereits viele
„kulturaffine“ Besucher, wie man diese neuerdings nennt? Gibt es ein
entsprechendes „Getragensein“ der Institutionen von Seiten der Medien
und insbesondere der politischen Entscheidungsträger? Gerade hier
stellt sich wieder einmal heraus, dass es eine der hilfreichsten
Maßnahmen zur quantitativen Anhebung der Besucherzahlen ist, aktiv auf
die enorme Bandbreite der in den Museen geleisteten Arbeit Bezug zu
nehmen. Diese reicht von der Kulturvermittlung bis zur
wissenschaftlichen Arbeit, von der Restaurierung bis hin zur
Sammlungstätigkeit u. v. m. Vielleicht sollten wir gerade hier in
Oberösterreich stolz auf die in unseren Museen erbrachte Qualität sein
– eine Qualität, die zumeist von ehrenamtlich und von durchwegs über
das Normmaß engagierten Mitarbeitern erbracht wird. Denn eines macht
Oberösterreich dem Rest der Nation vor: Zusammenarbeit bringt mehr als
vorgetäuschte Konkurrenz, die nicht zuletzt auf Kosten des
Steuerzahlers geht. Denn für ihn und mit seinen Steuergeldern erfolgt
zu großen Teilen die Museumsarbeit. PS: Die Lange Nacht der
Museen am 6. Oktober ist eine sehr gute Möglichkeit, sich von dieser
Museumsarbeit ein persönliches Bild zu machen.
vom 04.10.2007 |