diepresse.com
zurück | drucken

20.07.2005 - Kultur&Medien / Ausstellung
COOLSPEAK: Ein Propädeutikum

Cool: Das einzige Adjektiv, das für immer cool ist, ob ohne Sonnenbrille oder (noch besser) mit. Regiert spätestens, seit Miles Davis 1950 "The Birth of the Cool" verkündete.
Kühl: Die Eindeutschung hat eher schon ein Ablaufdatum: vielleicht 31. 12. 2005?
Up-to-date: Hat seine beste Zeit hinter sich.
Hip: Hipster verwenden das Wort sparsam, nicht so Hip-Intellektuelle wie Diedrich Diederichsen, der das Begriffspaar definiert hat.
Groovy: Hatten wir schon lange nicht. Klingt aber nett nach indophilem Schrebergarten.
Fett: Zunächst Gütesiegel für Beats, später für alles andere. Lustig auch "phatt" geschrieben.
Krass: Dieses Adjektiv entlarvt den deutschen Hiphopper wie einst "lecker" den Feriengast.
Pop: So here to stay wie "Rock'n'Roll". Im Gegensatz zum Begriff "Rock", dem stets potenzielle Peinlichkeit, weil Ironie-Armut anhaftet.
Mega: Tat als verstärkende Vorsilbe gute Dienste. Der Vorschlag, es schrittweise durch "Giga" (109), "Tera" (1012), "Peta" (1015) und "Exa" (1018) zu ersetzen, blieb kabarettistisch.

© diepresse.com | Wien