Wien, Salzburg (SN-hkk, APA). "Ich kenne sie leider nicht." - "Noch nie gehört." So reagierten viele Kunstschaffende auf die Frage, was von der Ministerin für Bildung, Kunst und Kultur zu halten ist.
Dank ihrer Karriere (siehe Seite 4) geht ihr ein guter Ruf voraus. "Ihr Lebenslauf liest sich interessant", sagte Filmemacher Virgil Widrich, Obmann des Verbands Filmregie Österreich, der APA. "Kulturinteresse scheint vorhanden zu sein. Ein neutraler Blick von außen ist sicher von Vorteil, ebenso, dass es jemand ist, der mit dem Finanzminister gut reden kann." Sie sei "eine sehr kluge Frau mit vielen Berührungspunkten zur Kultur", sagt Schauspieler Harald Krassnitzer, ohne Claudia Schmied allerdings je getroffen zu haben.
Zwei, die Claudia Schmied persönlich kennen (und zudem auf deren Subventionszusagen angewiesen sind), loben sie in höchsten Tönen: Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder und Helga Rabl-Stadler. Die Präsidentin der Salzburger Festspiele schwärmt im SN-Gespräch vom "hohen finanziellen Wissen" der einstigen Mitarbeiterin im Kabinett des früheren Finanzministers Rudolf Edlinger. Claudia Schmied sei "sehr streng", habe eine "große künstlerische Passion" und sei stark genug, um "die Kunst gegenüber der Lehrerlobby " zu verteidigen. Sie sei "sehr leise, sammelt Argumente, bevor sie sich zu Wort meldet und ist dann sehr konsequent". Helga Rabl-Stadler kennt Claudia Schmied aus Sitzungen des Kuratoriums der Salzburger Festspiele, in der diese zwei Jahre das Finanzministerium vertreten hat.
Der Direktor der Albertina, Klaus Albrecht Schröder, bezeichnete Claudia Schmied als "Idealbesetzung". Sie habe - wie der früherer Minister Rudolf Scholten - "Kunst und Kultur von Kindesbeinen an aufgesogen". Als Vorstandsmitglied der Kommunalkredit sei sie wichtige Partnerin der Albertina gewesen. Ihre wichtigste Aufgabe im Bereich der Bundesmuseen sei "die Erhöhung der Basisdotierung und deren Verteilung".
Außer dem Namen des Ministeriums "für Unterricht, Kunst und Kultur" gibt es noch keine offizielle Mitteilung über Details. Vom Namen lässt sich folgern, dass aus dem bisherigen Wissenschaftsministerium die Sektionen für Bildung und Schulwesen auch das Kultusamt und die Sektion für "Kultur" sowie aus dem Bundeskanzleramt die Sektion für "Kunst" ins Reich Claudia Schmieds kommen. Damit wird erstmals seit zehn Jahren die Verantwortung für museale und neue Kunst, für Museen, Theater und Film wieder unter einem politischen Dach sein.
Die Kultursektion (bisher unter Elisabeth Gehrer) mit 50 Mitarbeitern ist - gemessen am Budget von 2004 - für Agenden um 148 Millionen Euro zuständig. Dazu gehören v. a. Bundesmuseen, Nationalbibliothek und Bundesdenkmalamt. Die Kunstsektion (bisher Staatssekretär Franz Morak) mit etwa 70 Mitarbeitern und einem Budget von 80,4 Mill. Euro (für 2004) ist zuständig für Musik, darstellende Kunst, Festspiele, Bundestheater, Film, Literatur und zeitgenössischer Künstler.
"Mein Herz schlägt für Kultur und Bildung", versicherte die Neoministerin am Mittwochnachmittag den Delegierten der SPÖ-Neujahrskonferenz. Ihr Ressort sieht sie als "Aufwertung der Kultur auf Ministerienrang". Sie werde so im Ministerrat Kulturinteressen auf einer Augenhöhe vertreten können.
Anders als bisher werde sie über mehr Möglichkeiten verfügen, an Kulturveranstaltungen teilzunehmen, sagte Schmied. Neben der Kopfarbeit in der Bank war es ihr nur einmal im Monat möglich, ins Theater oder Konzert zu gehen.






