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25.08.2003 - Ausstellung
Künstlerhaus: Lieber Schluss statt Schulden
Das Künstlerhaus stellt den Ausstellungsbetrieb ein, bis Sanierung, Ausbau finanziert sind.


Vor einem Monat war man im Wiener Künstlerhaus noch froheren Mutes: Geschäftsführer Peter Bogner erzählte der "Presse", dass der Ausstellungsbetrieb mit Ende September wegen Sanierungsarbeiten für ein Jahr ruhen werde. Von einem Jahr ist jetzt nicht mehr die Rede: Die Finanzierung für die Renovierung und die Ausbau-Pläne, die aus U-Bahn-Hohlräumen unter dem Haus neue Ausstellungsflächen schaffen sollen, ist noch nicht gesichert.

Nun macht Manfred Nehrer, Direktor des Künstlerhaus-Vereins, Druck und kündigt ab Ende September die Einstellung des Ausstellungsbetriebs an: "Lieber mache ich mit dem Programm ehrlich Schluss, als Schulden zu machen - und erpressbar zu werden." Sorgen, die man zwischen 1996 und 2001 nicht haben musste: Da hatte das Bildungsministerium das Haus jeweils für die Hälfte des Jahres angemietet. Mit den Einnahmen von jährlich etwa 727.000 € verwirklichte der Verein das eigene Programm. Ein ähnliches Modell haben nun Nehrer und Wolfgang Kos, Chef des Historischen Museums, ausgearbeitet: Das städtische Museum soll in Ermangelung eigener Flächen Teile des Künstlerhauses bespielen. Eine Entscheidung der Stadt steht aus. "Schon vor einem Jahr wurde uns eine Zusage signalisiert. Aber es wird immer noch endlos geprüft."

Für die Sanierung des Altbaus hofft Nehrer auf die für denkmalgeschützte Gebäude übliche Drittel-Lösung von Bund, Stadt und Eigenmittel - "beim Konzerthaus schien das selbstverständlich". Den unterirdischen Ausbau wolle man "in Form einer langfristigen Mietzusage" vorfinanzieren. Die Kosten? "Zwischen 5,8 und 8,7 Millionen Euro." Die gleiche Summe wäre noch einmal für die Renovierung des Altbaus nötig.

Doch noch ist Nehrer "äußerst optimistisch, dass die Stadt die Gelegenheit wahrnimmt. Wenn nicht, werden wir uns auf unsere Vereinstätigkeit zurückziehen." Wird das Künstlerhaus dann verkauft? "Es ist unser einziges Kapital und nicht veräußerbar." Der Vermietungs-Betrieb des Hauses - Kino, Cafe, Theater, Antiquitätenmesse - wird durch eine Mietvorauszahlung des Historischen Museums aufrecht erhalten. Drei bis fünf Personen sind dafür weiterbeschäftigt. Vier Mitarbeiter des Ausstellungs-Managements wurden gekündigt. sp



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