Salzburger Nachrichten am 11. November 2005 - Bereich: Kultur
Zu viele Besucher gezählt

Rechnungshof kritisiert die Kunsthalle Wien

WIEN (SN). Was bereits im Februar bekannt geworden war, bestätigte sich nun offiziell: Der gestern, Donnerstag, veröffentlichte Rechnungshofbericht für den Zeitraum von 1999 bis 2003 moniert bei der Kunsthalle Wien zu hoch angegebenen Besucherzahlen. Ausgegebene, aber nicht eingelöste Sponsortickets wurden als Besucher gerechnet - "nur die tatsächlichen Besucher auszuweisen" lautet die lakonische Empfehlung des Rechnungshofes. Auch sollen die Erlöse bei den Katalogen gesteigert werden.

Bis zu 80.719 Sponsorkarten (im Jahr 2003) wurden ausgegeben und als Besucher gerechnet - unabhängig davon, ob die Karten in Anspruch genommen wurden. 184.658 Besucher gab die Kunsthalle 2003 an, nur 110.869 kamen tatsächlich, also 40 Prozent weniger als ausgewiesen.

Kunsthallen-Direktor Gerald Matt hatte bereits im Februar die Vorwürfe zurückgewiesen: "In den Berichten an den Vorstand ist genau aufgelistet, wie viele Karten Sponsorenkarten sind. Der entscheidende Punkt ist nicht, dass die Leute dann auch kommen, sondern dass wir damit Einnahmen erzielen, die wir sonst nicht hätten."