| Salzburger Nachrichten am 18. Februar 2006 - Bereich: Kultur
ZUR PERSON
Paola Pivi, die mit ihrem Kunstprojekt für "kontra.com 06" auf dem Salzburger
Mozartplatz derzeit für Aufregung in Politik und der Bevölkerung sorgt,
ist gebürtige Mailänderin. Die 1971 geborene Künstlerin hat sich rasch
einen wichtigen Platz in der jungen italienischen Kunstszene erobert. Für die Biennale von Venedig 1999 hatte sie schon einmal eine ähnliche Aktion wie für
Salzburg geplant realisiert: ein umgedrehtes Jagdflugzeug, das
gewissermaßen "entspannt" dort hin blickt, von wo es gekommen ist: in den
Himmel. In einer früheren Aktion kippte Pivi in Pescara einen Lastwagenzug
so zur Seite, als wäre es ein "prähistorisches Tier". Ein Grundzug ihrer
Arbeiten besteht darin, Situationen zu schaffen, in denen Personen,
Objekte, Tiere aus der realen in eine surreale Lage versetzt werden. Auf
großen Fotos sind beispielsweise Zebras in den Alpen zu sehen oder - für
die Biennale 2003 - ein Esel auf einer Barke, die durch die venezianischen
Kanäle fährt. Jüngstes Projekt ist eine Fotografie in "Realzeit": zwei
Kilometer der Insel von Alicudi, ihrem Lebensort, 1:1 abzubilden. Pivis Arbeiten verfolgen einen konzeptuellen Ansatz. Sie schaffe, heißt es in einem
Text zur "Manifesta 5", der europäischen Biennale für zeitgenössische
Kunst, "Installationen und Objekte von herkulischen Dimensionen", die auf
die Readymades von Duchamp verweisen: Alltagsgegenstände werden zu
Kunstwerken "erhoben". Insofern macht Paola Pivis geplante Salzburger
Intervention in den Stadtraum nur im Zusammenhang mit dem Mozartdenkmal
Sinn.hb Informationen: www.paolapivi.com |