Der 82-jährige, in Italien lebende US-Künstler Cy Twombly, gestaltet den "Eisernen Vorhang" der Wiener Staatsoper in der kommenden Saison. Seit 1998/99 wird der 16 Tonnen schwere Eiserne Vorhang in Zusammenarbeit mit "museum in progress" von jeweils anderen Künstlern bespielt. Dabei werden Großbilder mit einer Magnetkonstruktion vor das denkmalgeschützte Original gespannt. Das Sujet soll am kommenden Donnerstag, dem 2. September, präsentiert werden.
Cy Twombly, geboren 1928 in Lexington, Virginia, und seit 1959 in Italien wohnhaft, gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Abstrakten Expressionismus. 2009 wurde er im Wiener Museum Moderner Kunst mit einer großen Ausstellung mit dem Titel "Sensations of the Moment" gewürdigt. Das Museum verfügt dank der Ludwig Stiftung über das einzige Twombly-Werk eines österreichischen Bundesmuseums.
Schnelle Kritzeleien
Cy Twomblys an schnelle Kritzeleien und Graffiti erinnernden, teils monumentalen Werke spalten immer wieder das Publikum und erzielen auf dem Kunstmarkt Millionen-Preise.
Die Ausstellungsreihe ist ein Projekt des museum in progress in Kooperation mit der Wiener Staatsoper und der Bundestheater-Holding, ermöglicht durch finanzielle Unterstützung der Tageszeitung "Die Presse".
Geschütztes Originalmotiv umstritten
Bisher gestalteten Kara Walker, Christine und Irene Hohenbüchler, Matthew Barney, Richard Hamilton, Giulio Paolini, Thomas Bayerle, Tacita Dean, Maria Lassnig, Rirkrit Tiravanija, Jeff Koons, Rosemarie Trockel und in der vergangenen Saison Franz West die riesige Fläche.
Der darunter liegende originale, von einem "Orpheus und Eurydike"-Motiv gezierte "Eiserne" wurde 1955 von Rudolf Eisenmenger (1902-1994) geschaffen, der wegen seiner Leitungstätigkeit im Wiener Künstlerhaus zur Zeit des nationalsozialistischen Regimes umstritten ist.
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