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Konstruktivisten, Kubisten und Expressionisten zwischen Warschau und
Ljubljana in den Jahren 1910 bis 1930.
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Bis heute konzentrierte sich das
kunsthistorische Interesse an der klassischen Avantgarde in den Zentren
Paris, Moskau und München. Und an den Stätten des Bauhauses in Berlin,
Dessau und Weimar. Zwischen diesen Orten gab es aber ein weit verzweigtes
Netz an Künstlern, die sich zu Gruppen zusammenschlossen, sich
austauschten und gegenseitig inspirierten.
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| Katarzyna Kobro: Raumkomposition III,
1928 |
Wichtige Zentren waren dabei Ljubljana, Zagreb, Warschau, Krakau, Lodz,
Posen, Budapest und Bukarest. Gemeinsam wurden Manifeste verabschiedet und
Zeitschriften herausgegeben.
Haus der Kunst
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| Karel Teige: Der Aufbruch nach Kythera,
1923-24 (Zum Vergrößern
anklicken) | Erstmals wird nun in
München versucht, einen Überblick über die damaligen Gruppierungen zu
geben. Gemeinsam mit dem Los Angeles County Museum of Art und dem Martin
Gropius Bau in Berlin zeigt das Haus der Kunst das Beziehungsgeflecht der
an der Peripherie gelegenen Kunstgruppen mit den Zentren der
Avantgarde.
Beispiele
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| Lajos Kassák: Bildarchitektur, um 1924 (Zum
Vergrößern anklicken) | Auftakt der
Ausstellung bildet die kubistische "Skupina"-Gruppe, die 1911 in Prag aus
der deutsch- tschechischen Künstlergruppe "Die Acht" hervorgegangen
war. Expressionistische Elemente und eine eigenständige Adaption von
Fauvismus und Futurismus finden sich in der Budapester Gruppe, die sich um
den Schriftsteller Lajos Kassák versammelte.
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| László Peri: Ohne Titel (Linolschnitt Nr. 12),
1922 |
Expressionistisch inspiriert war auch die Gruppe "Bunt" in Posen.
Krakau war ebenfalls vom Expressionismus angetan. Dort wurden aber
verstärkt grafische und formalistische Tendenzen entwickelt und so eine
gewissen Nähe zum Futurismus gefunden.
Deutsche Zentren
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| El Lissitzky: Proun 93 (Spirale), um 1923 (Zum
Vergrößern anklicken) | Um den Künstler
El Lissitzky scharte sich in Düsseldorf die Konstruktivistische
Internationale, wo sich viele Künstler aus West und Ost trafen und ihre
Arbeiten begutachteten. In Berlin fand sich die Galerie "Der Sturm" - mit
gleichnamiger Zeitschrift -, die sich stark für die ungarische
Avantgardezeitung "Ma" engagierte und die tschechische Kubisten-Gruppe
"Skupina" förderte.
Legende Bauhaus
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| Sándor Bortnyik: Stillleben (Komposition mit
Lampe), 1923 (Zum Vergrößern
anklicken) | Für die Künstler aus dem
Osten war das Bauhaus das wichtigste intellektuelle Zentrum und ist als
solches mit Werken von Moholy-Nagy, Andor Weiniger, Alfred Forbat, Farkas
Molnar und Sandor Bortnyik vertreten. Istvan Seböks monumentaler
Medienturm wurde für die Ausstellung erstmals rekonstruiert und zeigt
eindrucksvoll die Fortschrittlichkeit des damaligen Projektturms. Das Haus
der Kunst zeigt in diesem Turm Beispiele filmischer Avantgarde-Kunst.
Trauriges Ende
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| László Moholy-Nagy: Zwischen Himmel und Erde
(Schau, Bevor Du Springst I), um 1926 (Zum Vergrößern
anklicken) | Die 30er Jahre markieren
das Ende dieser fröhlichen Anvantgarde-Kultur in Mitteleuropa. In der
Sowjetunion wurde die Avantgarde der russischen Konstruktivisten von der
restaurativen Bewegung "Sozialistischer Realismus" abgelöst. Den
ehemaligen Bannerträgern der Revolution wurde Formalismus und Dekadenz
unterstellt.
Viele wanderten in die innere Emigration, einige verschwanden in
Lagern, Glücklichere fanden sich in Paris wieder. Viel härter traf es die
kleineren Avantgarden Mitteleuropas, die ihre Zentren Moskau und Berlin,
angesichts des beginnenden Nationalsozialismus und Stalinismus, verloren
und deren Mutterländer selbst in autoritäre rechte Regimes
abrutschten.
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| Josef Capek: Signal, 1915 (Zum Vergrößern
anklicken) | Tipp:
Die Austellung "!Avantgarden! in Mitteleuropa 1910-1930" ist bis zum 6.
Oktober im Haus der
Kunst München zu sehen. |