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| 23.01.2006 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Wolfgang Exner: 1 zu 1 - Mario Mauroner: 3 mal 1 | ||
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Seit Neo Rauch zum internationalen Shooting Star wurde,
hat der Rummel um die sogenannte "Neue Leipziger Schule" international
annähernd hysterische Züge angenommen. Die Rückkehr der gegenständlichen
Malerei avancierte dabei vor allem zu einem deutschen Exportschlager. Da
tut es gut, auf Maler wie Manfred Schluderbacher zu stoßen, einem
Künstler, der sich auf die Farbe als Materie rückbesinnt und damit in die
Fußstapfen renommierter österreichischer Vertreter der neuen Abstraktion
seit den 1980ern tritt - allen voran Hubert Scheibl. Wie bei diesem
erscheint auch in den Arbeiten des eine Dekade jüngeren Bregenzers die
majestätische Kraft der Natur als Vehikel, stoßen tektonische Gewalten
aufeinander und lösen sich naturhafte Formen in Ölfarbe auf, ohne gänzlich
zu verschwinden. Schluderbacher beschränkt sich wie Scheibl auf subtile
Farb- und Wahrnehmungserlebnisse, erreicht vermittels weniger Farbtöne ein
Maximum an Pigmentauffächerung, eröffnet durch die nahezu
aquarellähnlichen Qualitäten der gemalten Oberfläche eine subtile
Räumlichkeit im Bild. Hubert Scheibl kann man mögen, Manfred Schluderbach
sich leisten (3500-7480 Euro). (Bis 28. Februar, Rauhensteing.
12,Wien 1) Mario Mauroner: 3 mal 1Mario Mauroners großzügige Ausstellungsfläche bietet
derzeit Raum für drei umfangreiche Einzelpräsentationen. Haptische
Trugbilder schafft die Amerikanerin Catherine Lee (*1950) mit ihren
seriell angelegten Wandobjekten und mehrteilig zusammengesetzten
Skulpturen, die optisch archäologischen Fundstücken nahe kommen.
Alchimisten aufgepasst! Was wie polierter Stein oder fein geschliffenes
Edelholz aussieht, entpuppt sich als patiniertes Metall oder kolorierter
Ton (1900- 47.000 Euro). Ein Mann und eine Frau, deren Zungen beim Küssen zu einer
einzigen zusammengewachsen, geschlechtliche Mutationen, Pflanzenhybride
und Landschaften, die einfach zu schön sind, um echt zu sein.
Gentechnologie, Manipulation, Konstruiertheit sind Schlagworte, die seit
Mitte der 90er Jahre für Dieter Hubers computergenerierte Fotografien
stehen. Dabei geben die Arbeiten des Österreichers, Jahrgang 1962, ihre
Künstlichkeit stets deutlich zu erkennen, und das ist gut so. Denn wen
sollte die alte Frage nach Bildern und Wirklichkeiten heute noch
interessieren, wo es doch um Bilder geht, die dieser Welt längst nicht
mehr bedürfen. Malerei aus dem Computer zählt zu Hubers jüngster
Errungenschaft. Die Engführung von Inhalt und künstlerisch-technischer
Umsetzung tritt im Vergleich zu früheren Arbeiten Hubers weniger deutlich
hervor (3850-15.400 Euro). |
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