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Kunstberichte

Palais Epstein: "Das Ende der Erinnerung" thematisiert Kärntner Partisanen

"Die Schlange Hitler töten"

Gesprochene Geschichte findet am Küchentisch der Kärntner Slowenen statt, die Ernst Logar in seiner Ausstellung ins Rampenlicht rückt.  Foto: Ernst Logar

Gesprochene Geschichte findet am Küchentisch der Kärntner Slowenen statt, die Ernst Logar in seiner Ausstellung ins Rampenlicht rückt. Foto: Ernst Logar

Von Brigitte Borchhardt-Birbaumer

Das Palais Epstein, nach Plänen von Theophil Hansen und Otto Wagner für einen jüdischen Bankier erbaut, ist seit 2005 Bürohaus des Parlaments. Als ein Haus der Geschichte hätte der ehemalige Sitz des Verwaltungsgerichtshofes, des Stadtschulrats, NS-Reichsbauamts und der sowjetischen Stadtkommandatur Wien wohl besser gedient.

Doch im Lichthof finden Ausstellungen statt wie derzeit Ernst Logars "Das Ende der Erinnerung – Kärntner PartisanInnen"; eine Schau, die gemeinsam mit dem Kunstverein "pArtisan" organisiert wurde. Der Künstler sucht wichtige Plätze für seine Installationen neben der Präsentation im Kunstbetrieb. Die nächste Station wird im April in der Gedenkstätte für Opfer der NS-Justiz im Wiener Landesgericht sein.

Die Rauminstallation bringt acht Küchentische und -stühle aus den Haushalten noch lebender Zeitzeugen von Kärnten nach Wien, darauf sind Monitore situiert. Die gefilmten Interviews sind zweisprachig, halten sich an einen Fragenkomplex und erweisen sich als eindringliche Dokumente. "Das Ende der Erinnerung" zeichnet sich ab: Drei der Zeitzeugen sind bereits verstorben, ein vierter ist schwer krank – um ihren Gesprächen zu lauschen, muss man auf schlichten Podesten Platz nehmen. Der Küchentisch, als Platz für die Weitergabe von Familiengeschichten, ist nur für die Lebenden relevant.

Männer und Frauen hatten sich nach beginnender Verschleppung der Slowenen, vor allem ab 1942, in Kärnten dem Widerstand angeschlossen und gewährten Unterschlupf, verbreiteten Informationen oder dienten als Kuriere zu den Partisanen. Sie wollten, sagt einer von ihnen, "die Schlange Hitler und den Faschismus erledigen", und ihr Motiv war der "Drang nach Freiheit." Es wird auch über die Verdrängung, das Schweigen und die nicht erfolgte oder zu geringe Anerkennung oder Wiedergutmachung gesprochen. Immer noch breite sich das Geschehen "wie ein Schleier" oder "wie im Traum" wiederkehrend in ihrem Denken aus.

Den aktuellen Umgang mit der Geschichte in Kärnten und ganz Österreich finden die Zeitzeugen nicht adäquat, sie wollen aber auch durch ihren Auftritt Wissen vermitteln, um danach vergeben und vergessen zu können. Ernst Logars Großvater war einer von ihnen und wurde noch 1945 Opfer der NS-Justiz. Am 2. Februar um 12 Uhr führt der Künstler durch die Schau.

Ausstellung

Ernst Logar. Das Ende

der Erinnerung

Lichthof im Palais Epstein

Dr.-Karl-Renner-Ring 1

1010 Wien

bis 2. Februar

Geschichte hören.

Dienstag, 29. Jänner 2008


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