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„Biennale Cuvee“ im Linzer OK

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Biennale-Mix im Kulturhauptstadtjahr   Bild: weihbold

LINZ. Unter dem Titel „Biennale Cuvee“ mixt das Offene Kulturhaus Oberösterreich (OK) in Linz heuer zum dritten Mal das Beste aus elf internationalen Biennalen des Jahrgangs 2008 zusammen.

Im Kulturhauptstadtjahr liegt der Fokus auf ambitionierten asiatischen Kunstschauen wie Yokohama, Gwangju, Seoul, Singapur und Taipeh. Eröffnet wird die Schau im OK morgen, Donnerstag (19 Uhr) - in den Außenstellen Arbeiterkammer, Energie AG und Wissensturm am 12. März (18 Uhr).

Die Ausstellungsmacher sehen den Reiz des Cuvee in der Mischung. Dieses Jahr sind mehr als 40 Künstler aus über 25 Ländern mit Ihren Projekten in Linz zu Gast. Ursula Biemanns „X-Mission“ beispielsweise vermisst den Raum zwischen definierbaren Staaten und Orten anhand der Extraterritorialität eines palästinensischen Flüchtlingscamps. In eine Art dritten Raum begibt sich Nevin Aladag mit ihrem Video „Familie Teczan“, sie interagiert scheinbar mühelos und leichtfüßig zwischen verschiedenen Sprachen und Kulturkreisen. Charles Lim Li Yong wiederum lotet das Wechselspiel zwischen natürlich-parasitärem Wachstum und zivilisatorischer Sterilisierung aus, indem er die mühsame Reinigungsprozedur eines Schwimmbeckens in der Tropenstadt Singapur zeigt.

Mit seiner zweiteiligen Installation modelliert Kijong Zin CNN-Nachrichten und überträgt die inszenierten Situationen in Echtzeit auf einen Plasmabildschirm, auf dem die erdachten Geschehnisse ungemein real wirken. Klaus Weber bringt ein schwarzes, überdimensionales Windspiel durch zwei Ventilatoren zum Klingen. Der scheinbar harmonische Klang ist in Wirklichkeit ein sogenanntes Teufelsintervall (Tritonus), das in mittelalterlichen Kirchen verboten war.

Das OK macht auf einen Trend aufmerksam: Die Kunst sei endgültig in der Postmoderne angekommen. Es gebe keine Vereinbarung mehr darüber, was sie heute sein könnte. Kritische Auseinandersetzung mit dem Neoliberalismus finde sich ebenso wie der feste Glaube an die verzaubernde Wirkung der Kunst, Dokumentarismus stehe neben Neo-Minimalismus, karge Ästhetik neben „fetter Kunst“. Solche Brüche habe es zwar immer gegeben, aber selten so deutlich und augenfällig wie im vergangenen Jahr in Asien, so das Offene Kulturhaus.

Link:  http://www.ok-centrum.at, http://www.linz09.at

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