Bunte und poppige Positionen aus Österreich
Gudrun Weinzierl Salzburg (SN). Konsequente Programmausrichtung auf österreichische Kunst und die Bereitschaft für Neuentdeckungen zeichnen die Arbeit der Salzburger Galerie Altnöder aus. Verdienstvoll ist die Zusammenarbeit mit den Gugginger Künstlern und anderen Vertretern der Art-Brut. Der gebürtige Bayer und studierte Theologe Ferdinand Altnöder war früh von den Österreichern fasziniert: Seine erste Ausstellung widmete der Junggalerist Künstlern der Zwischenkriegszeit, der Zinkenbacher Malerkolonie. Zum Lebensthema ist Altnöder aber Alfred Kubin und dessen Freundeskreis geworden. Kein Wunder also, wenn Kubin auch gegenwärtig eine der „Positionen“ einnimmt.
Mittlerweile besteht die Galerie seit 25 Jahren. Bunt, poppig, arriviert und gewagt sind die Arbeiten der Jubiläumsschau, die den Titel „Positionen“ trägt. Künstlerische Standpunkte also, die dennoch in spannungsreiche Beziehung treten können: Frau, Erotik und Sexualität sind beispielsweise die Themen. Johanna Kandls buntes Bild eines belebten Platzes, auf dem Straßenmaler Szenen des Marienlebens darstellen, führt nach Medjugorje, einer unter vielen Wallfahrtsorten, die Kandl ihrem künstlerischen Blick unterzog. Die Frau als Wunsch-Projektionsfläche zeigt Josef Kern mit „Silberrücken“, einem aus Lindenholz und in Weißgold gefassten weiblichen Rücken. Elmar Trenkwalders fleischfarbiges Mischwesen aus Vagina und Penis thront gebärend daneben, surreal, erotisch und exotisch-heilig zugleich. Chaotisch, barbarisch und dämonisch geht es in Janz Franzens Bild zum Millenium 2000 „A new fut is born“ zu, das zugleich ein düsteres Weltszenario schafft. Gefährdete Zukunft, ironisch bepackt, trifft man auch bei Alois Mosbacher. Genetische Veränderung durch Umweltverschmutzung wird bei ihm in einem Schaf mit riesigem Turnschuhgeweih sichtbar. „Positionen“ ist bis 12. September zu sehen.www.galerie-altnoeder.com




















