VON ARIANE
GRABHER
Lustenau (VN-ag) Nach einem New-York-Aufenthalt ist die Werkserie
"Times Square" von Yvette Heller und Gabriele Ulmer entstanden.
Die kritische Hommage an den belebten Platz und seine wörtliche
Umsetzung in Leinwand und Wachs zeigt eine Ausstellung in der
Lustenauer Galerie Stephanie Hollenstein.
Seit 1998 arbeiten Yvette Heller und Gabriele Ulmer gemeinsam an
künstlerischen Konzepten. Leinwand und Wachs haben sich in dieser
Zeit als Material für die aufwändigen, von vier Händen in mehreren
Arbeitsgängen hergestellten Bildobjekte herausgefiltert und bewährt,
sodass sie auch in der aktuellen Serie zum Zug kommen.
Stadtlandschaft
Den Ausgangspunkt bilden Fotos einer Häuserfassade am New Yorker
Times Square. Ihre Auffassung als schnelllebige Stadtlandschaften
entspricht dem raschen Wechsel von Bildern und Leuchtschriften, der
Bewegung und Hektik dieses Platzes, der seinen Namen der einst dort
beheimateten Redaktion der "New York Times" verdankt. Wörtlich
übersetzt als "Zeit, Tempo . . ." bzw. "Quadrat, Viereck", fusst die
Serie "Times Square" von Heller/Ulmer auf der quadratischen
Grundform. In ihrer kompakten Statik bildet sie einen Gegenpol zum
bewegten Inhalt. Aufgeworfene Stege, linear gereiht, entstanden
durch das Falten und Zusammenziehen der Leinwände mit den Fotos
darauf, verleihen den quadratischen Tafeln bzw. würfelförmigen
Objekten einen Oberflächenrhythmus, der durch den Wachsüberzug
fixiert wird.
Schlägt nicht durch
Wie ein Schleier, die Konturen weich abmildernder Filter, legt
sich der Wachsüberzug darüber und packt die Erinnerung in eine Form.
Gedämpft schimmert eine für das Werk der beiden Künstlerinnen neue,
starke, themenbedingte Farbigkeit durch das Wachs. Visuell zwar
reizvoll, schlägt jedoch die intendierte Wirkung, die Darstellung
von New Yorker Hektik und Bewegung, nicht ganz durch. Die Hängung
ist überaus großzügig, und fast meditativ laden die Werkgruppen zur
Versenkung ein. Abgeschottet noch dazu in einem Raum ohne
Außenkontakt, wo die Zeit still steht, ist beides, Zeit und Raum, im
Überfluss vorhanden und New York scheint
weit .