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| 23.01.2006 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Schlingensief: Kommt wieder im März, Mai | ||
| "Area 7" endete Sonntag im Burgtheater, wird aber bald wieder aufgenommen. | ||
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Wie wird man sich nach dem jüngsten
Schlingensief-Gastspiel mit dem Theater-Alltag abfinden? Direkt ein Glück,
dass viele Besucher derartige Spektakel ablehnen. Immer mehr finden sie
aber offenbar köstlich, wie der rege Zustrom am Samstag zeigte. Der Hauch eines Happenings wehte durchs ehrwürdige Haus,
auch wenn Exzesse höchstens auf den Leinwänden stattfanden. Der Ablauf
wurde geändert, stärker strukturiert, berichten Beobachter. Nicht wenige
gehen öfter oder gar jeden Tag zu "Area 7". Um 17 Uhr ist Samstag Abend noch nicht viel los. Man
wandelt durch die gewaltige Sperrholz-Konstruktion, die den Zuschauerraum
füllt, ausfüllt: Auratische Kunst zum Anfassen, die sich der Beschreibung
entzieht. Das ist das Beste. Auch wenn diese Maschinerie viele Väter hat
(Objets-Trouvés, Beuys, Dieter Roth, Ready-made, Installation,
Performance), sie wirkt nicht epigonal und sie ist vor allem höchst
sinnlich-theatralisch. Später zerbröselt die Atmosphäre, wenn das
Environment bespielt wird mit einer Parodie auf die Tiefe der Talkshow.
Kunst-Theoretiker Bazon Brock verbreitert sich mehr vehement als originell
über Schlingensiefs Kunststück ("Er ist ein großartiger Scheißer!"), die
frühere Fassbinder-Schauspielerin Irm Hermann tritt als Andy Warhol auf
("You are my factory, I am your factory") und Schlingensief schlägt die
Besiedelung des durch Aids mutmaßlich entvölkerten Namibia (wo er drehte)
durch die Chinesen vor. Würde und Majestät verbreitet Elfriede Jelinek,
die auf Video ihren Afrika-Text vorträgt. Auf den Fest-Stiegen finden
neuerlich Konzerte statt. Wiewohl die Schlingensief-Gastspiele wohl
kostspielig sind und aufwendig sind, kommt "Area 7" im März, Mai wieder.
bp |
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