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| 15.04.2004 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
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GALERIE FABER: MEILENSTEINEinen Meilenstein in der Geschichte der Farbfotografie stellt der Name William Egglestone dar. 1939 in Memphis geboren, beginnt der junge Fotograf, der sich besonders mit der klassischen Fotografie eines Robert Frank und Cartier-Bresson beschäftigt, bald schon, mit Farbfilmen zu experimentieren. Was ihn fasziniert, sind bizarre Form- und Farbkompositionen, wie sie ihm die nächste Umgebung liefert: etwa eine Frau im marinefarbenen Mini auf einem zitronengelben Randstein. Neben legendären Einzelsujets, die bei Auktionen Höchstpreise erzielen, liegt Egglestones Stärke im Arrangieren von Serien. Einer seiner Werkblöcke ist das "Lousiana Project"
(1981). Neben Architektursujets (je 7500 Euro) bringt die Ausstellung bei
Johannes Faber auch ein seltenes Unikat: einen kompletten Film in 34
Probeabzügen (26.500 Euro). Sie zeigen Alltagsdetails, etwa einen Blick
ins Wageninnere, einen Schnappschuss unter die Räder eines Trucks,
Dachrinnen, Lehnstühle, Kondomautomaten, altes Gemüse, Graffitis. In der
Abfolge der Motive wird nicht nur Egglestones Faible für Strukturen und
Oberflächen sichtbar, sondern auch seine romantische Vorliebe für
Verschwindendes, Vergängliches - Prozesse, denen auch der Druck auf den
Auslöser nur bedingt Einhalt gebieten kann (IV., Brahmsplatz 7; bis 12.
Juni). GaLERIE MEYER KAINER: POPAuf melancholischen Gründen tummeln sie sich, die kindlichen Wesen des Yoshitomo Nara, zurzeit einer der gefragtesten zeitgenössischen Künstler Japans. Nicht mehr als einige Papierkuverts (ab 2500 €) und riesige Polyesterteller, die an Satelliten-Schüsseln erinnern (70.000 €), gesteht ihnen der Künstler zwecks Erdung zu. Dort fliegen sie dann, aus wenigen bunten Linien gezeichnet, mit Kulleraugen durch die Leere ihrer monochromen Fonds, tauchen auf aus engen Schächten, klammern sich fest an Blatträndern. An Artikulationsmöglichkeiten lässt es Nara nicht
mangeln: Walt Disney und seine japanischen Verwandten, die Mangas, stehen
Pate für Grimassen, Sprech- und Denkblasen. Dennoch bleibt viel weißer,
schwarzer, gelber Raum für Assoziationsmöglichkeiten, so dass es sich in
diese zarten Bildern, die mit ihrer Leere, so scheint's, gesellschaftliche
Vakuen füllen, wunderbar projizieren lässt (I., Eschenbachgasse 9; bis 5.
Mai). GALERIE CURTZE: FREUNDEBei seinen trotz ihrer Größe zarten Wandinstallationen
geht der Amerikaner Paul Wallach reduktiv vor, bringt monochrom bemalte
Elemente in Beziehung zu geometrischen Formen, widersetzt sich dabei aber
jedweder Formelhaftigkeit. Dabei bezieht er die Wand, auf die er seine
Objekte in fragiler Balance montiert, mit ein und interpretiert deren
Fläche als Erweiterung des Raums der Skulptur. Spannung resultiert aus
Gegensätzen, Begriffspaaren: Schwerkraft versus Leichtigkeit, Ordnung
versus Chaos, Fläche und Raum. Im Souterrain zeigt der Franzose Dominique
Evrard strenge Schwarzweiß-Fotografien, die in Italien, Nordafrika, Nahost
entstanden sind (1600 €). Eine Klammer bildet die Freundschaft der beiden
Künstler. Evrard dokumentiert sie mit Aufnahmen aus Wallachs Atelier. In
ihrer konzentrierten Zurückgenommenheit geben sie eine subtile Replik auf
Wallachs stille Poesien (I., Seilerstätte 15; bis 15. Mai.). Johanna
Hofleitner |
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