Stringenz des Materials

Das Kunsthaus Bregenz zeigt Arbeiten des deutschen Künstlers Gerhard Merz aus fast vierzig Jahren.


Gerhard Merz, ein Künstler der vor allem während der 80er Jahre in Deutschland Furore machte, ist ein Meister der Unterkühlung.

Die Ausstellung im Kunsthaus Bregenz versammelt 120 Einzelwerke von 1968 bis 2003, die zu einem geschlossenen Werkgefüge geordnet sind. Dazu gehören frühe Fotografien, Monochromien, Textfragmente, Modelle, Skulpturen, Neonarbeiten, Glas- und Linienbilder, Zeichnungen und Lackmalereien auf Millimeterpapier.

Im Licht aktueller Verfeinerung werden auf vier Stockwerken künstlerische Untersuchungsergebnisse von Gerhard Merz präsentiert.

Materialien und Einflüsse

Mit Materialien wie Farbe, Glas, Licht und Raum entwickelt Merz ein Kunstsystem, das keine Inhalte verspricht und mit der Leere spielt.

Verpflichtet der Kunst Marcel Duchamps, Kasimir Malewitsch, Piet Mondrian, Barnett Newman und Ad Reinhardt sowie der Architektur Mies van der Rohes schafft Merz seit dem Ende der 60er Jahren künstlerische Räume, die befreit von Mythen und imaginierter Realität sind.

Puristisches Kunsterlebnis

So schuf er für die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen einen Raum, in dem 10,20 x 8 Meter große weiße Alabastergipsbilder in regelmäßigem Abstand von einander gehängt wurden. Damit wurde eine Vorstellung von einem Bild suggeriert, das nichts darstellt, als plane regelmäßige Fläche.

In einigem Abstand oberhalb der Bilder zog er ein strahlendes helles weißes Band aus Alabastergips, das wie eine Art Fries durch den Raum glitt.

Die Freiheit des Geistes

Der von Merz geschafften Raum hat etwas Totalitäres und verlangt eine Art Unterwerfung des Betrachters. Ob er Freiräume schafft und den Intellekt des Betrachters, wie Merz intendiert, zum Schwingen bringt, sei hier dahingestellt.

Tipp:

"Fragmente Bregenz 2003", Gerhard Merz, 12. April bis 22. Juni 2003, Kunsthaus Bregenz, Karl Tizian Platz, 6900 Bregenz.

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