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Kreuzigungsperformance in Salzburg abgesagt
Salzburg (APA) - Die Kreuzigungsperformance der polnischen Künstlerin Dorota Nieznalska, die am Karfreitag in der Salzburger Altstadt von der ARGE Kultur geplant war, ist am Dienstag vom künstlerischen Leiter des Projekts, Marcus Hank, aus Sicherheitsgründen abgesagt worden. Wegen zahlreicher Anrufe, Drohbriefe und E-Mails sei "die Sicherheit der Veranstaltung und Akteure nicht mehr gewährleistet", so Hank.

Nicht die von Bürgermeister Schaden mediale Drohung mit der Subventionskeule habe die Veranstalter zur Absage veranlässt, sondern der entfachte Volkszorn, der von einer kleinformatigen österreichischen Tageszeitung, vom ÖVP-Gemeinderatsklub und der Erzdiözese Salzburg geschürt worden sei. Sie hätten sich im Vorfeld der Kunstaktion zu den Hauptdarstellern dieser Aufführung auserkoren. Die Performance sei übrigens von der Polizei bisher nicht untersagt worden, obwohl die Aktion vor zweieinhalb Wochen angemeldet worden war. Er selbst und die polnische Künstlerin hätten von einem Salzburger Polizisten eine Vorladung zu einer Einvernahme wegen des Verstoßes gegen Paragraf 188 "Herabwürdigung religiöser Lehren" erhalten. Aber auch er werde jene Leute, die ihn und die Künstlerin bedroht hätten, anzeigen, so der Gesamtleiter des Projektes "ER- Lösung? Eine Glaubensprozession". Wie die Prozession von der Franziskanerkirche durch das Kirchenviertel beim Dom vorbei in das Haus der ARGE im Stadtteil Nonntal tatsächlich stattfinden hätte sollen, darüber hüllten sich die Veranstalter in Schweigen. Vorab hat es geheißen, Dorota Nieznalska gehe neben dem Kreuz und trage ein Schild mit der Aufschrift "Opfer", bevor sie im Nonntal nackt an das Kreuz gebunden werde.

APA 13:33 11.04.2006
 
   


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