Feldkirch (VN-ag) Mit einer
österreichisch-finnischen Kooperation wartet das Palais
Liechtenstein in Feldkirch auf: Vollzogen wird der Brückenschlag
zwischen Arktis und Alpen, zwischen Barentssee und Silvretta vom
Feldkircher Herbert Fritsch und dem finnischen Landartkünstler Timo
Jokela.
Kennen gelernt haben sich die beiden Künstler im Rahmen
eines EU-Projekts, und nach Rovaniemi/Finnland ist die Schau "Signs
of the Living in the Landscape" nun auch in Vorarlberg zu sehen.
Chiffren und Symbole, von den eingeritzten Buchstaben in einer
Parkbank bis hin zu den allgegenwärtigen Piktogrammen, bestimmen
unseren Alltag.
Wasserschläfer
Um die Erscheinung von Zeichen kreist das künstlerische
Werk von Herbert Fritsch (1949) bereits seit geraumer Zeit. Auf der
Basis bekannter, aber auch neu entdeckter Zeichen, entwickelte der
Künstler eine große Zahl eigener Psychogramme und Ideogramme, die
den Ausgangspunkt für sein bildnerisches Schaffen darstellen.
Bekanntestes Beispiel ist das Projekt "Gisalz", wo sich Fritsch in
der Gemeinde Übersaxen mit den Hauszeichen der Walser beschäftigt
hat. Mit einer Archäologie der Spuren und Zeichen konfrontiert auch
sein neues Projekt "Wasserschläfer", das sich auf eine Ansammlung
von bronzenen Skulpturen um einen Weiher in Tisis bezieht und seinen
Namen von einer Quelle im Inneren des Sees ableitet.
Gerätschaften und Fundstücke, Gegenstände aus Vergangenheit und
Gegenwart des Weihers werden als abstrahierte Informationsträger vom
Künstler noch weiter formal abstrahiert und tauchen schließlich als
archaische Zeichen in den zweidimensionalen Arbeiten (Malerei,
Aquarell/Zeichnung) und den dreidimensionalen Skulpturen bzw.
Modellen auf.
Ewiger Kreislauf
Die in vielen Varianten durchgespielten
"Wächter-Horner-", "Sonnen-" oder "Wasserschläferzeichen" bewegen
sich nicht nur zwischen Utopie und Realisierbarkeit, sie scheinen
auch in den Landart-Projekten auf, die Fritsch zusammen mit Timo
Jokela (1956) vor der großartigen Kulisse des norwegischen
Varangerfjords und in der heimischen Silvretta durchgeführt hat. Was
dem Arbeiten von Fritsch im Umgang mit dem vergänglichen Material
Schnee eine neue, kraftvolle Dimension verleiht, entspringt für den
Finnen Jokela aus dem engen Kontakt mit der umgebenden Natur als
ewiger Kreislauf.
Im Augenblick, in dem seine blockhaften Skulpturen aus
glitzerndem Schnee und Eis von der Sonne geschmolzen oder von der
Flut ins Meer hinausgetragen werden, vollzieht sich Ewigkeit,
dokumentiert in wunderschönen, verführerischen Fotos.
Schneeskulpturen von Timo Jokela. (Fotos:
Jokela/A. Grabher)
Die Ausstellung "Arctic to the Alps - Alps to the Arctic;
Signs of the Living in the Landscape" ist im Palais Liechtenstein in
Feldkirch bis 9. Dezember zu sehen, Mittwoch und Freitag, 17 bis 19,
Samstag und Sonntag, 10 bis 13 Uhr.