VN Di, 13.11.2001

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Landart zwischen Alpen und Arktis

Herbert Fritsch und Timo Jokela in Feldkirch

Feldkirch (VN-ag) Mit einer österreichisch-finnischen Kooperation wartet das Palais Liechtenstein in Feldkirch auf: Vollzogen wird der Brückenschlag zwischen Arktis und Alpen, zwischen Barentssee und Silvretta vom Feldkircher Herbert Fritsch und dem finnischen Landartkünstler Timo Jokela.

Kennen gelernt haben sich die beiden Künstler im Rahmen eines EU-Projekts, und nach Rovaniemi/Finnland ist die Schau "Signs of the Living in the Landscape" nun auch in Vorarlberg zu sehen. Chiffren und Symbole, von den eingeritzten Buchstaben in einer Parkbank bis hin zu den allgegenwärtigen Piktogrammen, bestimmen unseren Alltag.

Wasserschläfer

Um die Erscheinung von Zeichen kreist das künstlerische Werk von Herbert Fritsch (1949) bereits seit geraumer Zeit. Auf der Basis bekannter, aber auch neu entdeckter Zeichen, entwickelte der Künstler eine große Zahl eigener Psychogramme und Ideogramme, die den Ausgangspunkt für sein bildnerisches Schaffen darstellen. Bekanntestes Beispiel ist das Projekt "Gisalz", wo sich Fritsch in der Gemeinde Übersaxen mit den Hauszeichen der Walser beschäftigt hat. Mit einer Archäologie der Spuren und Zeichen konfrontiert auch sein neues Projekt "Wasserschläfer", das sich auf eine Ansammlung von bronzenen Skulpturen um einen Weiher in Tisis bezieht und seinen Namen von einer Quelle im Inneren des Sees ableitet.

Gerätschaften und Fundstücke, Gegenstände aus Vergangenheit und Gegenwart des Weihers werden als abstrahierte Informationsträger vom Künstler noch weiter formal abstrahiert und tauchen schließlich als archaische Zeichen in den zweidimensionalen Arbeiten (Malerei, Aquarell/Zeichnung) und den dreidimensionalen Skulpturen bzw. Modellen auf.

Ewiger Kreislauf

Die in vielen Varianten durchgespielten "Wächter-Horner-", "Sonnen-" oder "Wasserschläferzeichen" bewegen sich nicht nur zwischen Utopie und Realisierbarkeit, sie scheinen auch in den Landart-Projekten auf, die Fritsch zusammen mit Timo Jokela (1956) vor der großartigen Kulisse des norwegischen Varangerfjords und in der heimischen Silvretta durchgeführt hat. Was dem Arbeiten von Fritsch im Umgang mit dem vergänglichen Material Schnee eine neue, kraftvolle Dimension verleiht, entspringt für den Finnen Jokela aus dem engen Kontakt mit der umgebenden Natur als ewiger Kreislauf.

Im Augenblick, in dem seine blockhaften Skulpturen aus glitzerndem Schnee und Eis von der Sonne geschmolzen oder von der Flut ins Meer hinausgetragen werden, vollzieht sich Ewigkeit, dokumentiert in wunderschönen, verführerischen Fotos.

Schneeskulpturen von Timo Jokela. (Fotos: Jokela/A. Grabher)

Die Ausstellung "Arctic to the Alps - Alps to the Arctic; Signs of the Living in the Landscape" ist im Palais Liechtenstein in Feldkirch bis 9. Dezember zu sehen, Mittwoch und Freitag, 17 bis 19, Samstag und Sonntag, 10 bis 13 Uhr.




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