Gerhard Merz begreift sein Schaffen als
Teil des ästhetischen Diskurs über das Sublime. Seit der Malerei des
abstrakten Expressionismus und Barnett Newmann Aufstatzs "The Sublime is
now" von 1948 ist das Sublime aus der zeitgenössischen Kunst in der
zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht wegzudenken.
Auslassungen
Verfeinern, reduzieren, die Abstraktion auf die Spitze treiben, sind
Ingredienzien der Kunst Gerhard Merz. In seinen Räumen erfährt der
Betrachter ein Gefühl der Abwesenheit. Es ist eine Abwesenheit von
Bilderfluten, Zufälligkeiten und Beliebigkeiten. Durch die Reduktionen des
Künstlers auf Fläche, Raum, Licht und Farbe gelingt es Merz das Gefühl
eines perfekten Raums zu suggerieren.
Missachtung?
Mit dieser Reduktion des Sinnlichen begibt sich Merz auf gefährliches
Terrain. Denn mit der Reduzierung, ja fast totalen Ausschaltung
unmittelbar sinnlich Erfahrbarem, könnte man dem Künstler eine Verachtung
für den sinnlichen Wert des einzelnen Bildes unterstellen.
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| Pavillion, 2000 / ©Bild: Ph.
Schönborn |
Gesamtwirkung
Merz hingegen setzt auf ein Gesamtkonzept. Indem er sich der zeitlosen
Mittel der abstrakten Plastik und Malerei bedient, die er in einer für ihn
idealen Raumsituation platziert, ordnet er die Teile einem sich
aufeinander beziehenden Ganzen unter. Mit dieser Prioritätensetzung
artikuliert er das im Menschen vorhandene Bedürfnis nach Schönheit und
Sinn. Und dies geschieht allein durch die Anordnung bildnerischer Mittel:
Maß, Licht, Farbe, Fläche, Raum.
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