| Besitzerstolz | |
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Für den bayerischen Kunstminister Hans Zehetmair reiht sich das Ensemble aus Alter, Neuer und Moderner Pinakothek in eine Reihe mit den großen Museen der Welt wie Tate Gallery oder Centre Pompidou. |
Was modern ist, hat sich in den
letzten hundert Jahren einigermaßen verändert. Dennoch gibt es eben so
lange zurückliegende Pläne eine Pinakothek der Moderne in München zu
errichten. Mit der festlichen Eröffnung an diesem Montag vollendete sich
jetzt dieses 100-jähriges Ringen um ein Haus für die moderne Kunst. Der
Wahlkämpfende Edmund Stoiber sprach im Beisein des deutschen
Bundespräsidenten von einem "großen Tag für Deutschland". Der Neubau dem früheren Gelände der Technischen Universität schließt
eine kunsthistorische Lücke. Viele der hier gezeigten Objekte fristeten
jahrzehntelang in Depots ein Schattendasein, weil bisher die
Ausstellungsfläche fehlte. Die Vor-Vorgeschichte Das griechische Wort Pinakothek steht für Bildersammlung. Der
bayerische König Ludwig I. (1786-1868) führte den Namen für seine
Gemäldesammlungen ein. Der Grundstein für die Alte Pinakothek wurde am 7.
April 1826, dem Geburtstag Raffaels, gelegt. Der Klenzebau auf freiem Feld
vor den Toren der Münchner Residenz wurde Vorbild für viele andere
Gemäldegalerien. Er beherbergt heute unbezahlbare Meisterwerke von Rubens
bis Dürer, Bruegel und Tintoretto. Die Neue Pinakothek wurde 1853 für Ludwigs Sammlung zeitgenössischer
Künstler errichtet. Der im Krieg zerstörte Bau wurde 1981 nach den Plänen
des Münchner Architekten Alexander von Branca wiedereröffnet. Heute zählt
die Neue Pinakothek zu den weltweit bedeutendsten Museen zur Kunst des 19.
Jahrhunderts. Die vom Münchner Architekten Stephan Braunfels entworfene
Pinakothek der Moderne, die am Montag eröffnet wurde, vereinigt vier
bedeutende Sammlungen aus den Gebieten Kunst, Grafik, Architektur und
Design. Kunstkomplex
Mit dem größten Museumsneubau Deutschlands hat Bayern laut Zehetmair
ein klares Zeichen für die Kultur in schwierigen Zeiten gesetzt. Solche
Worte gehen im Wahlkampf runter wie Öl. Der mit Hilfe der Privatisierung
von Staatsbeteiligungen finanzierte 121 Millionen Euro teure Museumsbau
sei zugleich ein Signal dafür, dass Zukunft und Kultur nicht voneinander
zu trennen seien, betont der Minister.
Zum Abschluss des Festaktes enthüllten der Bundespräsident, der in der
Neuen Pinakothek einen Anziehungspunkt weit über Deutschland hinaus sieht,
der Ministerpräsident und der Kunstminister die mächtige Eisenskulptur
"Buscando la Luz" ("Die Suche nach dem Licht") des baskischen Bildhauers
Eduardo Chillida. Die im Zentrum des Forums der drei Pinakotheken
platzierte monumentale Skulptur mit ihren drei nach Licht strebenden Armen
ist das letzte Werk des vor wenigen Wochen in seiner Heimatstadt San
Sebastian gestorben weltberühmten Künstlers. Tage der offenen Tür Vom 17. September an steht das neue Haus den Besuchern offen - bis
einschließlich 22. September kostenfrei von 10.00 bis 23.00 Uhr. Es werden
Hauptwerke der klassischen Moderne von Paul Klee und Pablo Picasso ebenso
gezeigt wie Werkkomplexe der nachfolgenden Künstlergenerationen, vertreten
durch Francis Bacon, Joseph Beuys und Andy Warhol. Die aktuelle Kunst
zeigt sich beispielsweise in den Videoinstallationen von Pipilotti Rist
oder den Leuchtkästen von Jeff Wall. Die 400.000 Zeichnungen und
Druckgrafiken reichen von Leonardo da Vinci über Paul Cézanne bis zu
Künstlern der Gegenwart. Wegen der Lichtempfindlichkeit werden sie in
Wechselausstellungen präsentiert. Mehr dazu in Von
Kirchner bis Porsche | ||||||