
Wien - Im wahrsten Sinn des Wortes große Kunst gibt es seit Freitag in der Wiener Innenstadt zu bewundern: An der Alten Universität, die derzeit von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) renoviert wird, hängt nun ein Werk des Künstlers Hans Kupelwieser. Dieser hat das Staubfangnetz in neun bunte Streifen unterteilt und den gigantischen Schriftzug "Artes Liberales" aus verschiedenen Materialen aufnähen lassen.
Sein Bezugspunkt seien in der Konzeption der Arbeit die "Septem Artes Liberales" gewesen, die am Standort des 1384 gegründeten herzoglichen Kollegs unterrichtet wurden, so Kupelwieser am Freitag bei der Präsentation seines Werkes. Diese sieben Künste setzten sich aus Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie zusammen.
Freie Künste
Zugleich assoziiere man selbstverständlich die "Freien Künste" nach dem heutigen Verständnis. Die interpretatorische Zusammenschau dieser beiden Begrifflichkeiten überlasse er ganz dem Betrachter, betonte Kupelwieser. Er verwies überdies auf die Beschriftung der Secession: "Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit."
Ihn habe vor allem der temporäre Charakter der Arbeit gereizt, zumal dies wesentlich weniger Probleme mit Behörden und Auflagen bedeute, unterstrich der 1948 geborene Niederösterreicher. Sein Werk bleibt nun bis zum 31. Oktober hängen.
Das Verkleiden ihrer Baustellen mit Kunstwerken hat bei der BIG bereits Tradition und reicht von Eva Schlengels Arbeit am Neuen Institutsgebäude bis hin zu Gerwald Rockenschaubs Werk für die Universität für Angewandte Kunst. So könne man die Arbeiten von Beginn an in einen kulturellen Kontext stellen, lautet die Begründung. (APA)