Ob
Markus Bstieler im Zuge dieses Fotoprojekts an Gewicht zugelegt hat,
wissen wir leider nicht. Eine ordentliche Menge Kalorien dürfte es aber
gewesen sein, die der in Innsbruck lebende Fotograf da en passant
mitgenommen hat. Bstieler fotografierte für das Projekt „Gast wird
Gastwirt“, von der Stadt Wien unterstützt, Restaurants in der
Hauptstadt, deren Betreiber Migrationshintergrund haben. Jedes Lokal
besuchte Bstieler zwei- bis dreimal, unangemeldet. Machte sich dort
zunächst ein Bild über das Essen, das Ambiente und brachte dann
Gespräche in Gang: mit Stammgästen und solchen, die zum ersten Mal da
waren, und mit den Betreibern. Ganz ohne Sprachschwierigkeiten ging es
dabei nicht ab, bei einigen Gastwirten war es doch relativ schwierig,
sagt Bstieler. Was aber weder den Genuss schmälerte noch schlussendlich
wirklich ein Problem war: „Irgendwie konnte ich mein Projekt immer
vermitteln, in jedem Lokal konnte irgendjemand aus dem Team gut
Deutsch.“ Wichtig war Markus Bstieler, dass die Betreiber wirklich aus
einem anderen Land stammen, sowohl Essen als auch Ambiente also
authentisch sind.
Die Fotos werden nun auf Plakatwänden in Wien
affichiert, also bewusst „nicht nur in Galerien, wo eh nur Menschen
reingehen, die wenig Berührungsängste mit dem Fremden haben“, sondern
auch in solchen Vierteln Wiens, in denen mehr Vorurteile zu vermuten
sind – was freilich auch wieder ein Vorurteil ist, um genau zu sein.
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