In Ebene 3 ist als "Fokus 03" der Kuratoren
Susanne Neuburger und Achim Hochdörfer Pop-Art, Fluxus und Konzeptkunst
aus der Sammlung bereichert durch die "Learning Machines" von George
Maciunas und die neu angekaufte Bibliothek der Sammlung Hahn.
Der Übertitel "Konzept. Aktion. Sprache"
spannt den Bogen weiter zur Ebene 1, die "Wien in den späten 50er- und
60er Jahren" unter dem Slogan Oswald Wieners "Schluss mit der
Wirklichkeit" präsentiert. Astrit Schmidt-Burkhardt macht als
Gastkuratorin den Versuch, die "Lagerräume für Wissen", ausgehend von
der Kunst der Griechen und Römer, von Georg Maciunas zu vermitteln.
Die Manie des Fluxus-Initiators, Kunst mittels Diagramm
darzustellen, wenngleich er auch als Fotograf, Performer und
Organisator auftrat, ordnet die Wiener Aktionisten denn auch als neues
Rokoko innerhalb der internationalen Szene ein.
Konzept im Koffer
Angesichts der üppigen Materialien bei Hermann Nitsch oder Otto
Muehl hat man sich dem Phänomen bislang von der malerischen wie
theatralischen Seite genähert. Michalka setzt nun aber auf die
konzeptuellen Schwerpunkte, die er mittels Einbau der Wiener Gruppe gut
einlösen kann. Dass so Kunstgeschichte umgeschrieben wird, macht er mit
Carola Dertnigs akustischer Intervention und Installation im Vorraum
klar, die auf historische Marginalisierung der Künstlerinnen im Wiener
Aktionismus verweist.
Die Ebene 3 vereint die gemeinsamen konzeptuellen Strategien von
Pop-Kunst und Fluxus und auch hier spielt die Architektur in Art von
Supermarktkojen der Architekten Kühn Malvezzi, kombiniert mit der
Grafik von Martha Stutteregger eine große Rolle für Inhalt und
Präsentation.
Ganz unter dem Motto Lawrence Wieners stand es den Künstlern seit
damals frei, ob sie die Kunstprojekte überhaupt noch ausführen oder im
Stadium des sprachlich fixierten Konzepts beließen, das sie zuweilen in
Schachteln oder Koffer packten und per Versand vertrieben. Damit es
nicht zu trocken wird, sind auch die Brillokartons von Warhol oder die
"Fallenbilder" Daniel Spoerris dabei.
Passend dazu ist die Factory besetzt von Peter Dittmers interaktivem
Sprachautomat "Die Amme", der mit Besuchern in rhetorischen
Schlagabtausch tritt. Angeblich soll er im Streit Milch nicht nur in
ein Glas schütten.
Fokus 03
Konzept. Aktion. Sprache
Mumok, Ebenen 1 und 3
bis 23. September 2007
Peter Dittmer. Die Amme
Factory, bis 4. März 2007
Sprachperformance.
Mittwoch, 13. Dezember 2006