» Hilfe» Zeitung» Anzeigenaufgabe » Newsletter » Abo
 
 
Nachrichten
Sport
Lifestyle
Video
Meinung
meinSalzburg
Motor
Immo
Karriere
Gastrojobs
Marktplatz
  • Map
  • Vollansicht
  • Artikel

„Andy Warhol war entsetzt“

Signalwort.

Hedwig Kainberger A ls Andy Warhol in die Galerie Ropac kam, war er entsetzt. Damals, 1984, versuchte der 24-jährige Thaddaeus Ropac in einem winzigen Raum in der Kaigasse 40 in Salzburg Kunst zu verkaufen. „Auch Joseph Beuys rümpfte die Nase“, erzählt er ein Vierteljahrhundert später. „Ich war wirklich künstlerischer Underground.“

Betritt man heute seine Galerien in der Kastvilla in Salzburg oder an der Rue de Debelleyme in Paris, klingt das ein wenig kokett. Hier ist die Kunst im Hochglanz. Käufe erscheinen so sicher wie die Aufnahme von Blue-Chip-Aktien ins Portefeuille.

Thaddaeus Ropac hat sich vom Maulwurf im Untergrund zu einem wundersamen Flugwesen in der Stratosphäre gewandelt. Nun ist er mit Künstlern wie Louise Bourgeois und Jasper Johns und dem Sammler Charles Saatchi zwar nicht an der Spitze, doch immerhin im achten Zehntel der 100 Mächtigsten der Kunstwelt, wie sie das britische Magazin „Art Review“ für das Jahr 2009 in seiner November-Nummer aufgelistet hat. Thaddaeus Ropac wird dort als „one of Europe’s foremost blue-chip gallerists“ beschrieben. Er ist übrigens der einzige Österreicher, den die „Art Review“ in die ästhetische Weltmacht eingereiht hat.

Mitte November setzte er eine erstaunliche Geste: Er schenkte dem Museum der Moderne (MdM) in Salzburg 25 Werke von Künstlern wie Georg Baselitz, Anselm Kiefer, Gerwald Rockenschaub, Sylvie Fleury, Markus Schinwald und Erwin Wurm im Wert von 860.000 Euro. Das ist die größte Schenkung an das MdM seit der Gründung.

Derartige Gaben werden nicht aus blanker Selbstlosigkeit gewährt. Werden Werke in einem Museum gesammelt und ausgestellt, steigert dies meist den Marktwert des gesamten Oeuvres eines Künstlers. In der Sphäre, in der Thaddaeus Ropac sich bewegt, dürfte das MdM in Salzburg zwar nicht die wichtigste Adresse sein. Doch das Belvedere und die Albertina in Wien, beide von ihm beschenkt, sind beachtliche Unterkünfte für zeitgenössische Kunst.

Die SN stellen den Galeristen als „Lichtmensch“ vor, weil er als Geschäftsmann vif ist: Er denkt über den Rand seines Jahresumsatzes hinaus; er weiß, dass die Welt nur zu erobern vermag, wer im Heimmarkt – diesfalls Salzburg – stark und präsent ist; und ihn begeistert die Substanz seiner Ware weit mehr als Äußerlichkeiten wie ihr Preis. Zudem sind drei seiner Charakterzüge rühmenswert.

Er ist großzügig: So ließ er dem Direktor des Salzburger Museums der Moderne, Toni Stooss, freie Hand bei der Auswahl der zu schenkenden Werke aus dem Bestand der Galerie oder den Ateliers der Künstler.

Er ist gesellschaftlich engagiert: Ist seine Unterstützung erforderlich, steht Thaddaeus Ropac zur Verfügung oder meldet sich zu Wort. Seit Jahren ist er in der Jury des „Young Directors Project“ der Salzburger Festspiele. Er war in der Findungskommission für den Festspielintendanten ab 2011. Als er im August 2007 von der Salzburger Wirtschaftskammer als „Kunst- und Kulturpreis“ 7000 Euro erhielt, spendete er diese für die Kollegienkirche und engagiert sich weiterhin für deren Renovierung.

Er beweist Zivilcourage: Ohne ihn hätte das Zaudern um das Anselm-Kiefer-Haus, das wochenlang im Gatsch des zur Umgestaltung aufgegrabenen Furtwänglergartens stand, mit einer Blamage für Salzburg geendet. Ropac sagte 30.000 Euro zu und besorgte von Gleichgesinnten weitere 70.000 Euro, um das Kunstwerk vom Grünlandfleck wegzusetzen.

Anlässlich seiner Schenkung ans MdM geht er mit Politikern ins Gericht. Da werde ein tolles Museum gebaut, „dann lässt man den Direktor und sein Team verhungern“, kritisiert Thaddaeus Ropac. „Es ist eine Schande, dass meine Schenkung so viel wert ist wie das Ankaufsbudget des Museums für zehn Jahre.“ In seiner Rede zur Eröffnung der Ausstellung (bis 14. Februar im Museum auf dem Mönchsberg) empörte er sich zudem, dass Salzburger Politiker Zweifel an den Osterfestspielen aufkommen haben lassen und dass Gespräche mit den Berliner Philharmonikern „in Vorzimmern abgehandelt“ worden seien. Äußerungen von Salzburger Politikern über Kunst und Mäzene – wie Gabi Burgstallers Vergleich von privatem Engagement mit dem Verzicht auf die „dritte Jacht“ – seien „abschätzig“, „ungemein arrogant“ und „kontraproduktiv“. Drei Tage nach seiner Rede auf dem Mönchsberg formierten einige Bürger die Initiative „Kulturstadt Salzburg“. Sie forderten Bekenntnisse von Bürgermeister Heinz Schaden und Landeshauptfrau Gabi Burgstaller zu den Osterfestspielen und versicherten den Berliner Philharmonikern per Brief, dass diese „für Salzburg unverzichtbar sind“. Ropacs Rede und deren Folgen waren vermutlich jenes Eitzerl, das in den entscheidenden Sitzungen in Berlin die Waagschale für Salzburg um zwei Millimeter über jene von Baden-Baden steigen ließ.

Innen / 24.12.2009 24.12.2009 / Print

 
  • Salzburg
  • Stadt Salzburg
  • Flachgau
  • Tennengau
  • Pongau
  • Pinzgau
  • Lungau
  • Wirtschaftsraum Salzburg
  • Nachrichten
  • Innenpolitik
  • Weltpolitik
  • Wirtschaft
  • Chronik
  • Kultur
  • Motor
  • 7 mal 24
  • Zeitung
  • Sport
  • Eishockey
  • T-Mobile-Liga
  • Fußall
  • Formel1
  • Motorsport
  • Tennis
  • US-Sports
  • Wintersport
  • Lifestyle
  • Leute
  • Gewinnspiele
  • Gesüleben
  • Kino
  • Reisen
  • Veranstaltungen
  • Horoskop
  • Sudoku
  • Video
  • SN aktuell
  • imBild
  • Audio
  • Meinung
  • SN Kommentare
  • Blogs
  • SN Debatte
  • Leserbriefe
  • MeinJung
  • Wizany
  • Lichtblicke
  • meinSalzburg
  • Mitglieder
  • Interessen
  • Fotoblogs
  • Salzburgwiki
  • Marktplatz
  • Karriere
  • Immobilien
  • Motor
  • Gastrojobs
  • Marktplatz
  • Partnerbörse
  • Gutscheine
  • Preisvergleich
  • SN-Service
  • Archiv
  • Abo
  • Anzeigenpreise
  • Online Werbung
  • Mediadaten
  • SN Saal
  • Wir über uns
  • Team
  • Salzburger Woche
  • Anzeigenpreise
  • Kontakt
  • Salzburger Fenster
  • Anzeigenpreise
  • Kontakt
  • Versionen
  • Mobil
  • iPhone
  • RSS Feed
  • SN auf Facebook
  • SN auf Twitter
Kontakt | Newsletter | Impressum | AGB | Hilfe
© 1997-2009 Salzburger Nachrichten Verlags GesmbH&CoKG
realisiert von conova communications