Weniger ist mehr

Maroine Dib ist Architekt, Zeichner und Bühnenbildner. In einer Kurz-Ausstellung zeigt das Rupertinum nun seine Karikaturen berühmter Künstler.


Jeden Sommer kommen die wichtigsten Musiker und Dirigenten zu den Festspielen nach Salzburg. Maroine Dib hat sie alle karikiert: von Barenboim bis Wilson. Die Zeichnungen sind nun im Salzburger Rupertinum zu sehen. Bühnenbildner Dib beobachtete seine Kollegen bei der Arbeit genau.

Anlässlich des bevorstehenden Festspielsommers zeigt das Salzburger Rupertinum im Vortragssaal nun in einer Kurz-Ausstellung vom 11. bis 14. Juli mit dem Titel "Opera" die Arbeiten von Dibs. Die Vernissage der Sonder-Ausstellung findet am Mittwochabend statt. Zu den karikierten Künstler zählen Dirigenten, Sänger und Regisseuren rund um die Salzburger Festspiele.

Diplom in Salzburg

©Bild: Verlag Anton Pustet, Salzburg
©Bild: Verlag Anton Pustet, Salzburg

Maroine Dib, 1949 in Latakia in Syrien geboren, interessierte sich bereits in seiner Kindheit für französische Kinderzeitschriften. Von 1961 bis 1966 illustrierte er die Schulzeitung des College Notre-Dame de Jamhour. Mit 15 Jahren publizierte er seine ersten Karikaturen in der französisch-sprachigen Zeitung "L'Orient" in Beirut.

1974 erhielt Dib das Architektur-Diplom an der Ecole des Beaux-Arts in Paris. Sieben Jahre später beendete er seine Ausbildung mit dem Bühnenbild-Diplom am Mozarteum in Salzburg.

Spielerischer Zugang

Dibs spielerischer Umgang mit den Porträts von Bühnen- und Pultstars seiner täglichen Theater- und Opernumgebung, seine Lust, sich durch Karikaturen auszudrücken, wurde neben seiner Tätigkeit als Bühnenbild-Assistent bei Jean-Pierre Ponnelle in den 80er Jahren und später am Opernhaus in Zürich immer stärker.

Notizbücher, Klavierauszüge und Pläne füllten sich mit Karikaturen von Arbeitskollegen und von berühmten Gästen. Dibs Taschenkalender wurden zu Autogrammbüchern, die mit den jeweils dazu passenden Karikaturen versehen sind.

Starke Kontraste

Gerard Mortier / ©Bild: Verlag Anton Pustet, Salzburg
Gerard Mortier / ©Bild: Verlag Anton Pustet, Salzburg

Der Künstler arbeitet mit Zeichenkohle und sparsamen farblichen Akzenten. Seine Porträts zeichnen sich durch bewusste Sparsamkeit in der Linienführung und starke Schwarz-Weiß-Kontraste aus, die Spannung erzeugen. Nur wenige abstrakte Zeichen reichen aus, um etwas über die Geschichte eines Gesichtes zu erzählen.

Dib zeichnet nach dem Motto "weniger ist mehr" - seine Porträts wollen das Typische, das Charakteristische der jeweiligen Physiognomie einfangen und das Temperament der jeweiligen Persönlichkeit mitteilen. Die Ausstellung gibt mit rund 25 mittelformatigen Kohlezeichnungen Einblick in das Oeuvre des Künstlers und umreißt gleichzeitig die Bandbreite rund um die Salzburger Festspiele.

Tipp:

"Opera", Karikaturen von Maroine Dib, Rupertinum Salzburg, 11. bis 14. Juli 2002, Informationen: 0662-8042/2541.

Die Originale der Karikaturen werden während der Festspielzeit im "Sparkassenstöckl" am Max-Reinhardt-Platz gezeigt.

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