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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
10.03.2004
12:07 MEZ
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Kallco Projekt

Nachlese

Zwischen Portal und Mauseloch

Die Schleife der Architektin:
Ein Aussichtsbalkon könnte City und Museumsbezirk erschließen


Von wegen "gelaufen":
Der Streit um die Lücke beim MQ beginnt

 
Foto: kallco.at

Größeres "Mauseloch"-West
Umstrittene Baulücke zwischen Museums­quartier und Spittelberg geschlossen - Gebäude­durchgang nun höher als ursprünglich geplant

Wien - Die umstrittene Baulücke zwischen der Westseite des Museumsquartiers (MQ) und der Breite Gasse im 7. Wiener Gemeindebezirk ist geschlossen: "MQ-West" heißt der eben fertig gestellte Rohbau eines Bürogebäudes, den Bauträger Kallco Projekt gemeinsam mit dem Architektenteam von Carl Pruscha Dienstag vorstellte. Wie ein Balken mit Fensterschlitzen spannt sich das fünfzig Meter lange, und sechs Meter tiefe Haus über den Durchgang. Vollendet soll das Projekt im Oktober 2004 werden.

Lange Vorgeschichte des Baus und der Lücke

Dieser Lösung war eine jahrelange Diskussion über die Art der Gestaltung jenes Durchganges zwischen MQ und Spittelberg voraus gegangen. Das Grundstück war vom Bund während der MQ-Errichtung in der erklärten Absicht gekauft worden, das hier stehende Haus abzureißen und das Quartier zum Bezirk zu öffnen. Intern hatte die MQ-Errichtungsgesellschaft dann einen Wettbewerb für Architektenteams ausgeschrieben. Das Siegerprojekt der Gruppe "the next ENTERprise" hätte allerdings 700.000 Euro gekostet, die offenbar nicht zu erübrigen waren.

Mauseloch 3,5 mal vier Meter

Schließlich kaufte Kallico Projekt die Liegenschaft samt Bauwidmung, und Architekt Carl Pruscha legte ein Konzept vor, das auch die benachbarten Liegenschaften, ein Möbelgeschäft und das Haus der österreichischen Bibelgesellschaft, miteinbezog. So entstand der Plan einer brückenhaften Bebauung samt eines behindertengerechten Durchgangs zum MQ, der höher ist, als er ursprünglich vorgeschrieben war (das so genannte "Mauseloch" sollte 3,5 Meter mal vier Meter betragen).

Durchgang nun sechs Meter hoch

Zwei Jahre nach Präsentation des Bauvorhabens umfasst der nun sechs Meter hohe Durchgang, den das MQ finanzierte, auch einen eigenen Lift samt Abgang zum demnächst wieder in Betrieb gehenden Glacis Beisl. Darüber spannt sich der dreigeschossige "Balken", in dessen stadtmauerartigen Wänden beidseitig horizontale Fensterschlitze geschnitten wurden. Ein "starkes architektonisches Statement", so der Pressetext, soll die künftige Fassade aus Corten-Stahl setzen, einem naturbelassenen, angerosteten Eisenblech. "Eine Stahllegierung, die gesteuert rostig wird, als Zeichen der Vergänglichkeit von Material", so Holnsteiner dazu.

Die Gesamtnutzfläche des 4 Millionen Euro teuren Baues beträgt 1.100 Quadratmeter, und die Einheiten sollen als Büros vermietet oder verkauft werden. (APA)


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