Strafanzeige für ein "hallelujah"
Ausstellung von Peter Raneburger regt auf. Werke mussten wegen Vorwurfs der Blasphemie verhüllt werden. Jetzt läuft auch eine Klage.

Foto © RuggenthalerRaneburgers "hallelujah" war kein Aufreger bei der Vernissage. Danach schlug es hohe Wellen, nun ist es im Atelier verhüllt
Martin Humer ist hinlänglich als "Pornojäger" bekannt. Jagd macht er auch auf Künstler, deren Werke nicht ins Weltbild der "Christlich Sozialen Arbeitsgemeinschaft Österreich" passen. Humer ist dort Obmann. Seine jüngste Aktivität: Er erstattete Strafanzeige gegen Karl Brunner, den Leiter der Raiffeisen-Landesbank (RLB) Lienz, und gegen den Matreier Künstler Peter Raneburger. Das "Corpus Delicti": ein Herz-Jesu-Bild mit dem aufgesetzten Schädel eines Schafes (Titel "hallelujah"), das mit anderen Raneburger-Werken im Atelier der Bank ausgestellt wurde. Humer spricht von Gotteslästerung und von "öffentlicher Herabwürdigung und Verhöhnung der Person Jesu".
Brunner ist derzeit in Urlaub. Aus der Presseabteilung der RLB heißt es: "Wir wollten niemanden in seinen religiösen Empfindungen herabwürdigen". Raneburger betont: "Die Vorwürfe von Humer gehen ins Leere, da meine Arbeiten völlig andere Themen zum Inhalt haben als jene, die er mir vorwirft."
Humers Strafanzeige ist Höhepunkt der jüngsten Verfolgung des Künstlers, aber auch des Ausstellers. "hallelujah" und ein weiteres Exponat von Raneburger im RLB-Atelier sind seit Tagen verhüllt. Die Verhüllung ist Folge eines interdisziplinären Diskurses mit Dekan Bernhard Kranbebitter. Dieser hat nach Bedrohung und Verunglimpfung des Künstlers, Beschimpfung des Bankpersonales oder Kontokündigungen bereits am 1. April stattgefunden.
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Raneburgers "hallelujah"Foto © Raneburger














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11 Kommentare
Kommentar erstellenwie krank...
wie krank muss jemand sein, um so ein bild zu machen. Es macht mich sehr traurig und es tut mir weh, so etwas zu sehen. das hat mit künsterlischer freiheit nichts zu tun. ich hab nur eine erklärung dafür: es muss ein schaf gewesen sein!
Wie wär's, bei den Tatsachen zu bleiben?
Tatsache ist, dass ein Gespräch zwischen dem Künstler, dem Kurator der Ausstellung stattgefunden hat, in dem der Dekan seine persönliche Betroffenheit über die Darstellung ausgedrückt hat, sich aber ausdrücklich (!) dagegen ausgesprochen hat, das fragliche Objekt zu verhüllen. Diese Initiative ist von der RLB selber ausgegangen.
Es jetzt so darzustellen, als hätte "die Kirche" nach Zensur verlangt, ist eine Verdrehung der Tatsachen (Hr. Humer ist weder ein offizieller, noch ein maßgeblicher Vertreter der Kirche) und erscheint mir sehr unfair.
Roland Hofbauer
Sehr gut und klärend,
danke!
was geht ab
bravo peter jetzt ist dir presse hinterher endlich was los in osttirol.zeichne doch einen hummer mit hummers kopf drauf.
es lebt
ich hab gar nicht gewußt das der humer noch lebt wie alt ist der den schon der kann das ja wahrscheinlich gar nicht mehr richtig sehen oder ?
das ist klar ein fall für
hallelujahpaul.
Jäger oder Sammler?
Humers Unterstützer sollten sich fragen, ob er nicht Jäger im Dienste eines obsessiven Sammelns ist. Lustbefriedigung einmal anders.
Natürlich,
dadurch wird ja alles erst interessant - auch für Leute, die mit Kunst eigentlich ohnehin nix am Hut haben.
Eigennutz
Martin Humers Vorliebe für's Pornographische wird über weite Strecke von Menschen finanziert, die glauben, ihn wirklich in einem Kampf gegen die allgegenwärtige Sünde zu unterstützen. Un da die Pornographie per net jedem, auch dem Martin H., privat völlig ungehindert zugänglich ist, muss die Kollekte durch angeblich Blasphemisches angeheizt werden. Der Rubel rollt, der Künstler erhält ebenso wie der vorgebliche "Jäger" von dafür noch interessierten und somit die jeweiligen Botschaften unterstützenden Medien Öffentlichkeit, Martin H. faltet die Hände über dem Rosenkranz und schaut sich an, was immer er sehen will. Eine Cross-Marketing-Strategie
Humer macht Kummer
Der H.hat keine ahnung von kunst,das ist für unsere familie ein scheinheiliger,solche burschen sollen sich mal umschauen dan würden sie sehen wo die schwarzen schafe ihr unwesen treiben,raneburgers bilder sind echt super.