"Skater-Kultur" im Salzburger Künstlerhaus
Die Jugendkultur erobert sich Stadträume zurück; Skater benutzen Architektur als Material; Urbane "Neo-Anarchisten" behaupten sich gegen die ökonomisch durchexerzierte Stadtplanung. Diese Behauptungen versucht die Initiative Architektur mit Fotos zu belegen, die Multimediakünstler Tom Beyr in der Stadt Salzburg gemacht hat.
Darauf zu sehen: Skater, die historische und moderne Stadtlandschaften für ihren Sport benützen und den öffentlichen Raum dadurch neu interpretieren. Die Ausstellung "Urban Symbiosis - On City, Space and Body" ist ab Donnerstag im Salzburger Künstlerhaus zu sehen.
Die Ausstellung in den Räumlichkeiten der Initiative Architektur ist klein. Aber die nicht gestellten oder montierten, sondern authentischen Fotos realer Szenen beeindrucken. Die jedem Salzburger bekannten Plätze und öffentlichen Räume werden von jugendlichen Sportlern ganz anders genutzt als gewohnt. "Die Akteure mit ihren Skateboards sind moderne Anarchos. Sie betrachten die Stadtlandschaft bloß als Werkstoff für ihr Leben und überprüfen sie damit auf aktuelle Brauchbarkeit", so Roman Höllbacher, Ausstellungsmacher und künstlerischer Leiter der Initiative Architektur. "Tom Beyr hat einen soziologischen, sportlichen und zugleich künstlerischen Blick auf Architektur geworfen. Das Ergebnis hat mit stylish-geglätteter Architekturfotografie nichts zu tun."
Im großen Saal des Künstlerhauses präsentiert der Salzburger Kunstverein ebenfalls ab Donnerstag großformatige Malerei der österreichischen Serbin Maja Vukoje. Die Arbeiten der in Wien lebenden Künstlerin sind bis zu acht x drei Meter groß. Inhaltlich hat sich Vukoje mit karibischen Ritualen und Szenen aus der serbischen Vorstadt beschäftigt. Formal verwendet sie Kämme, Spachteln, fließende Farbe, Sprays und den althergebrachten Pinsel für ihre kraftvollen Acrylarbeiten.
Im Kabinett zeigt Annja Krautgasser ein Video aus einem Romacamp bei Rom. In diesem "Giants and Mosquitoes" betitelten, 227 Minuten langen Film hat die Künstlerin Jugendliche über ihre Zukunftsperspektiven und Lebenseinstellungen zu Wort kommen lassen - formal unspektakulär aber politisch und kultursoziologisch brisant.
SERVICE: http://www.initiativearchitektur.at. und http://www.salzburger-kunstverein.at















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