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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
03.02.2004
19:17 MEZ
Screenshot: Mak.at

Durch und durch ein Kunstprodukt
Peter Noevers alljährliche MAK-Bilanz: Alle Jahre wieder wurde die "Misere des Ankaufsbudgets" beklagt

Wien - "Er ist ein vitaler Bursche, was er für gut hält, wird gemacht": Zitat Otto Muehl über MAK-Direktor Peter Noever. Zu finden in einem extra zur Jahrespressekonferenz ("18 Jahre Museumsarbeit") herausgegebenen Büchlein voller Noever-Lobender. Muehl ist ab März eine ursprünglich schon für Herbst 2003 anberaumte Retrospektive gewidmet. Jenseits von Show oder Unterhaltungswert stehe hier das Werk im Mittelpunkt, so der Direktor, etwaiger Kritik zuvorkommend.

An Präsentationen in der MAK-Ausstellungshalle ist lediglich eine Peter-Eisenman-Retrospektive (ab 1. 12.) geplant. Die laufende Wiener-Werkstätten-Schau wird bis Mitte April verlängert. In dem Zusammenhang strich Noever das "klare Bekenntnis zur Gegenwartskunst" heraus, auch wenn es sich um historische Phänomene handle - dies zeichne sein Museum aus: ein Ort der Kunstproduktion. Als ein "unerhört ungehöriges Produkt" bezeichnete er die Kunst und den Umgang damit.

Alle Jahre wieder wurde die "Misere des Ankaufsbudgets" beklagt. Birgit Jürgenssen, im Vorjahr gestorben, vermachte dem MAK einen Großteil ihres Werkes. Ein Vorgang, der unwürdig sei, so Noever: Das Museum müsse vielmehr von Künstlern kaufen und nicht beschenkt werden. Die kommende Schau in der MAK-Galerie steht im Zeichen von Jürgenssens Schuh-Skulpturen; im Herbst steht Tomoko Sawada am Programm.

Das MAK-Budget sei seit vier Jahren dasselbe, sagte Noever, es gäbe jedoch höhere Personalkosten. Schlussendlich hängt es immer am Geld: dem Treibstoff für das "Kraftwerk MAK". (dok/DER STANDARD, Printausgabe, 4.2.2004)


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