Ursprünglich wollte Thaddäus Ropac selbst Künstler werden. Bei Karl Prantl hat der 1960 in Klagenfurt geborene Galerist aus Salzburg Skulpturen aus Stein bearbeitet. Aber Joseph Beuys hat ihm die Kunst ausgeredet. Ausgerechnet jener Beuys, von dem der Ausspruch „jeder Mensch ist ein Künstler“ stammt. Aber das Händchen von Ropac für die Künstler und ihre Kunden dürfte tatsächlich besser sein als für die Kunst selbst.
In den frühen 1980er-Jahren hat Ropac in Lienz und dann in Salzburg ganz klein angefangen. „Als Andy Warhol 1984 in meine Mini-Galerie nach Salzburg gekommen ist, war er entsetzt. Meine erste Galerie in der Kaigasse 40 war wirklich provinziell, ich habe mir nicht einmal passende Rahmen leisten können. Auch Joseph Beuys, der meinen Lebensweg so nachhaltig beeinflusst hat, rümpfte die Nase. Ich war wirklich künstlerischer Underground. Ich habe damals so gut wie nichts verkauft. Aber wichtige Leute waren da“, sagt Ropac im APA-Gespräch
Wirklich erfolgreich geworden ist Ropac nicht zuletzt durch die typische Kunstmarkt-Reaktion auf den Tod von Künstlern. Heute betreibt Ropac im Zentrum von Paris eine 800 Quadratmeter große Galerie auf drei Stockwerken. Das Stammhaus der Galerie befindet sich in der Villa Kast am Salzburger Mirabellplatz. Aber auch dieser repräsentative Jugendstilbau platzt aus allen Nähten. Während ein guter Teil der Kunstszene den Gürtel enger schnallen muss, baut Ropac eine insgesamt 2.600 Quadratmeter große Kunsthalle in der Salzburger Vorstadt.
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