DiePresse.com

DiePresse.com | Kultur | Kunst | Artikel DruckenArtikel drucken


Plädoyer für die Autonomie

13.04.2010 | 19:02 |  (Die Presse)

Kulturministerin Claudia Schmied sprach am Montag im Mumok über ihre Idee der „Sammlung Österreich“.

Eine Abschiedsfeier hat sich Direktor Edelbert Köb ja verbeten. So nützte Ministerin Schmied Montagabend ihr einleitendes Statement zu einer Podiumsdiskussion (die sie im Publikum verfolgte), um Köbs Arbeit „zu würdigen“. Außerdem legte sie drei „grundlegende kulturpolitische Bekenntnisse“ ab: für eine Verantwortung des Staates in Sachen Kunst und Kultur. Für die Autonomie von Künstlern, Institutionen. Und für die Vermittlung, für den offenen Zugang für möglichst viele Menschen. Was in Zeiten von Neoliberalismus und Finanzkrise alles keine Selbstverständlichkeiten mehr seien.

Die „Sammlung Österreich“ – ein von Schmied geprägter Begriff – stehe jedenfalls vor „enormen Problemen“, die Identität und Aufgaben betreffen. Schmied fordert daher drei Punkte ein: neue Formen der Kooperation zwischen internationalen und lokalen, öffentlichen und privaten Institutionen. Schwerpunktbildung und Profilierung durch das Sammeln. Und die Berücksichtigung wissenschaftlicher Aufarbeitung auch in der Vermittlung: „Erfolg misst sich an Besucherzahlen – aber nicht nur.“

Anschließend diskutierten Köb, Museumsstratege Dieter Bogner, Secessions-Freunde-Chefin Silvie Liska und Sammler Egidio Marzona über „Traum und Wirklichkeit“ musealen Sammelns. Auf die am Ende aus dem Publikum gestellte Forderung, einen ständigen Expertenrat für Museumspolitik einzurichten, entgegnete Schmied mit einem Plädoyer für die Autonomie der Museen. Ohne darauf hinzuweisen, dass Subventionen und Sondermittel sehr wohl von der Politik bestimmt werden. Ohne Expertenrat. sp


© DiePresse.com