


vergrößern 600x864Kurzer Prozess mit dem Einsager: Moussa Kones "triumvirat (I fought a war)", 2010.

Wien - In der Welt, die Moussa Kone entwirft, möchte man nicht unbedingt leben: Da gibt es einerseits eine gesichtlose Masse, aber auch einzelne, nicht sehr vertrauenswürdige Typen, die sich hinter Masken verstecken und mit Äxten bewaffnet sind. Teilweise stehen die Kerle aber auch geknickt und mit heruntergelassenen Hosen auf einer Bühne, wo sie ohne Souffleuse dem Publikum nicht mehr gewachsen sind.
An gesellschaftlichen Konditionierungsprozessen interessiert, hat sich der Künstler immer wieder an Sujets aus der Welt des Zirkus orientiert. Während die Tiere ihre Kunststücke immer brav aufgeführt haben, scheinen die Menschen jedoch - trotz Identitätslosigkeit - um einiges komplizierter zu sein: Einer verlässt etwa kurz die Bühne, auf der ein Souffleur tot in seinem Blut liegt, während auf einem anderen Bild ein Nackter vorsichtig durch den Vorhang auf sein Publikum schielt.
Dass die zeichnerische Welt Kones etwas Beklemmendes hat, hängt aber nicht nur mit den schwer durchschaubaren Figuren zusammen; auch die sehr aufwändig gezeichneten Räume erzählen davon, dass das Leben in ihnen nicht herrschaftsfrei ist: Ein Triptychon zeigt vereinzelte Menschen in prächtigen Logen, während sich vor einer anderen Bühne eine nicht enden wollende Publikumsmasse auftürmt.
Gesichtslose, runde Köpfe tauchen in der Ausstellung mehrfach auf: Gleich beim Betreten der Galerie Charim sieht man sie auf einer Tagebuchzeichnung, der Moussa Kone den Titel Größenwahn eines Zeichners gegeben hat.
Die perspektivisch gezeichneten Köpfe, mit denen sich der Zeichner sein Massenpublikum einfach selbst erschaffen hat, übernimmt Kone auch für eine Installation: Um mit dem einseitigen Blick des Publikums auf den Künstler zu brechen, hat er in eine Trennwand ovale Löcher gefräst. Der Künstler geht davon aus, dass das Objekt zum Betrachten und Betrachtet-Werden anregt. Leider fehlen jedoch jene, die man beobachten könnte, denn die Vervielfältigung des Publikums gelingt vielleicht dem Zeichner, nicht aber dem Installationskünstler. (Christa Benzer / DER STANDARD, Printausgabe, 23.12.2010)
Bis 15. 1., Galerie Charim, Dorotheergasse 12/1, 1010 Wien
Paul Laffoley wünscht sich eine Welt aus wuchernden Pflanzen - der US-amerikanische Architekt und Künstler im Porträt
US-amerikanischer Finanzmagnat und Kunstsammler
Eine Ausstellung in der Villa Borghese in Rom würdigt Lucas Cranach im Kontext seiner Zeit
Petition der Kunst- und Architekturszene
Florian Monheims "Gewölbe des Himmels", eine eindrucksvoll visualisierte Geschichte des Kirchenbaus
Der in Wien lebende Künstler war durch seine Plakatprojekte im öffentlichen Raum bekannt
Rollenspiele und hybride Konstruktionen in zwei Ausstellungen der Salzburger Galerie Fotohof: Leo Kandl und Susi Krautgartner
2010 war bei Antiken ein an Ausnahmeobjekten reiches Jahr, erfreute Sammler und brachte die Kassen zum Klingeln
Aus
all den seit Anfang des Jahres im Auftrag des Fürsten angekauften
Kunstwerken ragt Pierino da Vincis Relief ob der Meisterlichkeit heraus
Schiele-Werke als Toplose
Mumok: Nina Canells Objekte richten sich auf die Kräfte und Gedanken, mit denen sich Materialien aufladen
Hoch dotierte Auszeichnung für junge Kunst an Wiener abstrakte Malerin
Weitere Ausstellungsprojekte für 2011 gelten der Arte Povera und dem österreichischen Künstler Markus Schinwald
Ungewohntes Raumerlebnis: Intervention aus Garn von Elke Maier in der Salzburger Kollegienkirche
Deutungshungrige wird Marcel van Eedens Bilderzyklus "Celia" herausfordern
Verändert
präsentiert sich Matthias Herrmann in der Galerie Steinek mit seinen
neuesten Fotoarbeiten: Das Loslösen von Dimensionen der
Wiedererkennbarkeit ist voll aufgegangen
Direktor Schröder kündigt Frühjahrsprogramm "im Zeichen des Blauen Reiter und der frühen Pop Art" an
Mit "Ein gewisses jüdisches Etwas" wird eine spannende Ausstellung gezeigt, die das Publikum gemacht hat
Seine Schriften dienten auch Apple und Reebok zur Logo-Grundlage - Schöpfer des Lotto- und des Toto-Logos
An drei Schauplätzen auf der Nilinsel Zamalek wurde am Wochenende die 12. Internationale Kairo Biennale eröffnet
Verkauf einer Metall-Skulptur von Chillida an einen Schrotthändler brachte Ermittler auf die Spur
Spiel der Gegensätze: Ulrike Müller und Caroline Ramersdorfer
165.000 bis 170.000 Besucher erwartet die Kunsthalle bis Ende 2010
Jean Nouvels Hotelturm am Wiener Donaukanal treibt ein ambitioniertes Vexierspiel mit Volumen und Flächen
Ausgangspunkt für Kurator Severin Dünser ist die theoretische Schrift "Laokoon" von Lessing
Die Fotografin Corinne L. Rusch ist fasziniert von der Fin-de-Siècle-Atmosphäre alpenländischer Luxushotels
Non-Profit-Galerien leisten Pionierarbeit
Chinesen bescheren Traumumsätze - in ihrer Heimat genauso wie in New York, London, San Francisco oder auch Köln
Wirtschaftsminister Mitterlehner überreichte in Linz die Auszeichnungen für den Bereich Industrie- und Gewerbebauten
Als das Sammeln von Kunst die Sucht nach Repräsentation stillte: Am Beispiel des nimmersatten Leopold Joseph Graf von Lamberg
Schätzwert in Höhe von 120 Millionen Euro
Wirtschaftlicher
und ökologischer Wandel fordert neue Strategien im Umgang mit Natur:
Wie sich Ansätze von Künstlern und Landschaftsarchitekten ergänzen,
zeigt eine inspirierende Ausstellung im Künstlerhaus
Ausstellungen 2011 zu Phänomen "Weltraum", Surrealismus und Modefotografie
Mit der Ausstellung "Things we never did" zeigt die Linzer Galerie Maerz, dass auch das Nichtausgeführte Realität werden kann
Rektor wiederbestellt bis 2015
Der 2003 gestorbenen Birgit Jürgenssen widmet das Kunstforum die erste große Retrospektive
Wiener Multimedia-Künstlerin
Der Fotokünstler Andrew Phelps stellt mit einer Bilderserie unsere Wahrnehmung auf die Probe
Bleiburger Sommerausstellung "Explosion der Farbe"
Neue
Arbeiten des Otto-Mauer- und Paul-Flora-Preis-Trägers Siggi Hofer zeigt
die Ausstellung "Der gute Verkäufer" in der Galerie Meyer Kainer
Tomasz Kowalski entführt in der Galerie Senn in eine irreale und unkontrollierte Welt: "Traum"
Die Fotogalerie in Wien-Neubau zeigt bis 30. Jänner Meisterwerke der Aktfotografie der letzten 150 Jahre
Gerhard Glücks Bilder aus dem Leben von Munch, Miró & Co sind ab 2. Dezember in der Arena21 zu sehen
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.
