| DER ONLINE DIENST DER
TIROLER TAGESZEITUNG http://www.tirol.com/ |
| Neues
Linzer Kunstmuseum als "Objekte der Begierde" von Vandalen "Ein neues Haus dieser Art ist immer ein Objekt der Begierde für Vandalen" - so erklärte am Freitag ein Polizeisprecher das Faktum, dass das neue Linzer Kunstmuseum Lentos Ziel von Sprühaktionen und anderen Sachbeschädigungen ist. Linz (APA) - In diesem Zusammenhang gibt es jetzt einen ungewöhnlichen Vorschlag: Eine für Fremdenverkehrszwecke vorhandene Webcam-Kamera jenseits der Donau soll in der Nacht zur Überwachung des Lentos verwendet werden. Die städtischen Tourismusmanager sind aber dagegen.Das Lentos am Linzer Donauufer - und damit unweit des "Bermuda-Dreiecks" in der Altstadt - lockt ganz offensichtlich vor allem Jugendliche an, die dann aber nicht nur das schöne Ambiente genießen, sondern sich immer wieder an der Glasfassade oder den Wänden abreagieren. Auch ein Papierkorb in der öffentlich zugänglichen Toilette wurde kürzlich angezündet. Die Linzer Polizei hat die Überwachung verstärkt, sowohl durch Zivilstreifen als auch mit einem Diensthund. "Wir appellieren auch an die Bevölkerung, bei Wahrnehmungen sofort über Notruf Alarm zu schlagen", so der Polizeisprecher. Die Lentos-Verantwortlichen selbst haben einen privaten Wachdienst engagiert, jeweils von Freitag auf Samstag ist ein Posten beim Kunstmuseum stationiert - bisher bis 1.00 Uhr, jetzt will man diesen Zeitraum bis zumindest 2.00 Uhr ausdehnen. Auch lokale Überwachungskameras wurden installiert, allerdings waren gerade diese kürzlich Zielscheibe der Zerstörungswut. Hier hat nun der Linzer VP-Sicherheitssprecher im Gemeinderat und Polizeibeamte Josef Hackl am Freitag den Vorschlag präsentiert, eine am Ars Electronica Center - am Donauufer in Urfahr, direkt gegenüber dem Lentos - vorhandene Webcam-Kamera ab etwa 22.00 Uhr auf das Lentos zu "richten" und auf diese Weise das neue Kunstmuseum vor Vandalen zu schützen. "Es würde auf jeden Fall abschreckend wirken, wenn die Leute wissen, dass eine solche Überwachung vorhanden ist", meint Hackl. Und im Fall des Falles wäre die Ausforschung der Täter leichter möglich. Die Spezialisten des Ars Electronica Centers sehen grundsätzlich die technische Möglichkeit, die Webcam-Kamera für die Lentos-Überwachung einzusetzen. Zustimmen müsse aber der Linzer Tourismusverband, der die Kamera anbringen ließ. Und von dort winkt man ab: "Wir sind natürlich gerne zur Zusammenarbeit mit der Polizei bereit, aber ich bin dagegen, dass eine touristische Einrichtung wie diese Webcam-Kamera für polizeiliche Zwecke verwendet wird, das ist nicht Sinn der Sache", sagt der Obmann des Tourismusverbandes Linz, Manfred Grubauer. 2003-06-06 12:13:58 |