2001 seien um 50.916 Personen weniger Besucher zu verzeichnen gewesen als ursprünglich angegeben, 2003 habe die Kunsthalle laut Rechnungshof 40 Prozent aufgeschlagen: 73.789 Personen. Statt der veröffentlichten 184.658 Besucher hätten in Wahrheit nur 110.869 die Kunsthalle frequentiert. Die irreführenden Besucherzahlen würden sich dadurch erklären, dass die Kunsthalle Unternehmen und anderen Veranstaltern im Wege von Kooperationsverträgen Kartenkontingente zur Verfügung gestellt hat, die zur Gänze in die Besucherstatistik aufgenommen worden wurden - auch wenn die Karten nie genützt wurden.
Kunsthallen-Direktor dementiert
Kunsthallen-Direktor Gerald Matt weist die Vorwürfe zurück: "In den Berichten an den Vorstand ist genau aufgelistet, wie viele Karten Sponsorenkarten sind. Nichts wird verschwiegen. Ich bin im Gegenteil stolz darauf, dass wir mit den Sponsorenkarten einen zusätzlichen Vertriebsweg gefunden haben. Der entscheidende Punkt ist nicht, dass die Leute dann auch kommen, sondern dass wir damit Einnahmen erzielen, die wir sonst nicht hätten."
Kritisiert wird vom Rechnungshof auch der hohe Anteil an Freikarten und ermäßigten Karten. Im Jahr 2003 hat die Kunsthalle 21 Prozent der Karten verschenkt und 53 Prozent verbilligt abgegeben. "Weil wir ein junges Publikum haben, haben wir auch einen höheren Anteil an verbilligten Karten wie etwa Studententickets", sagt Matt dazu.
In den Kunst- und Kulturberichten der Stadt Wien sind die Sponsorenkarten nicht ausgewiesen worden. Im Büro von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) liegt man auf Matts Linie: "Sponsorenkarten sind Tickets, wenn auch keine Besucher. In einem Kontrollamtsbericht der Stadt Wien wurde dies als positive Maßnahme zur Ertragssteigerung beurteilt. Der Rechnungshof sieht das anders. Das nehmen wir zur Kenntnis. Konsequenzen hat es für uns keine." (APA)