Graz - Als "Glorifizierung, Mystifizierung und Verharmlosung des RAF-Terrors und Verhöhnung der Opfer" wird die in Deutschland umstrittene RAF-Ausstellung "Zur Vorstellung des Terrors", die nach Berlin ab 26. Juni in der Neuen Galerie in Graz zu sehen ist, von der FPÖ bezeichnet.
FPÖ-Stadtparteiobmann Gerhard Kurzmann wendet sich mit Flugblättern an die Öffentlichkeit und forderte in einer Pressekonferenz am Donnerstag dazu auf, der Ausstellung fern zu bleiben. Unterstützt von der Jugend- und Studentenorganisation seiner Partei kritisierte der Stadtparteiobmann die Bereitstellung von 50.000 Euro aus dem Budget des Landesmuseums Joanneum und warf Kulturreferentin Landeshauptfrau Waltraud Klasnic (V) "einen missglückten Hofknicks vor dem linksextremen Terror" vor. Bei der Gelegenheit - und im Vorfeld der Landtagswahl - wurde die Kritik auch auf die Arbeit der Kulturreferentin insgesamt ausgedehnt: "Die Ausstellung ist Symptom für die Schieflage der Landeskulturpolitik". Kurzmann ortet "in Bereichen der österreichischen Intelligenz Einäugigkeit auf dem linken Auge".
Zwei Säle Dokumentationsmaterial
Den Vorwurf, in der Schau erfolge keine politische Einordnung und es fehle "eine Dokumentation der historischen Wahrheit", wies der für das Grazer Gastspiel verantwortliche Günther Holler-Schuster zurück - es gäbe zwei Säle voll mit Dokumentationsmaterial inklusive einer eigenen Bibliothek: "Kein Grund zur Aufregung".
Die abseits des Mainstreams aufgestellte Ausstellung sei von Peter Weibel nach Graz geholt worden, um zum Diskurs über die jüngere Zeitgeschichte anzuregen, so Holler-Schuster. Wie schon in Berlin wird auch bei der Eröffnung in Graz am Sonntag (26.) kein Politiker bzw. keine Politikerin sprechen. (APA)