Ausstellungen
der oberösterreichischen Landesmuseen für das Linzer
Kulturhauptstadtjahr 2009 nehmen Form an. Europäische Natur,
Kulturleben und Nationalsozialismus sowie Design sind Schwerpunkte.
Im
neuen Südflügel des Linzer Schlossmuseums (Bauverhandlung ohne
Einspruch, Spatenstich am 17. Juli) nistet sich als erste Ausstellung
„Das Grüne Band Europas“ ein. Sie verbindet die Erhaltung der
einzigartigen Naturgebiete entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs von
Skandinavien bis zur Türkei mit Zeitgeschichte, den
Lebenswirklichkeiten der Menschen. Das Thema ergänzen „Gefangen im
Bernstein“ (Biologiezentrum), das Tiere und Pflanzen in
Bernstein-Einschlüssen zeigt, und die Gemäldeschau „Sehnsucht Natur.
Landschaften Europas“ (Schlossmuseum). Bereits im Herbst 2008
startet im Schlossmuseum das Linz09-Projekt „Kulturleben und
Nationalsozialismus in Oberösterreich“. Kulturhauptstadt-Intendant
Martin Heller betrachtet dieses „Sich-Stellen der NS-Geschichte in
Linz“ als wichtigen Teil: „Wie reden wir zu Gästen über Mauthausen und
Hartheim? Diese Gedenkstätten gehören zu dem, was in dieser Stadt
einmal war.“ Landesmuseen-Direktor Peter Assmann versucht, „die
Sonderrolle zu illustrieren“, die Linz durch Hitler auch im Bereich der
Kultur zugeschrieben wurde. „Der Fall Forum Design“ (Landesgalerie)
will „der Stadt einen Spiegel vorhalten“ (Heller) und das 1980
international beachtete Projekt, das in einem Gerichtsfall endete und
in Linz keine sichtbaren Spuren hinterließ, neu aufrollen, damalige
Protagonisten, Gutachter und Kritiker zusammenführen. Wenn der
Architekt und Mathematiker Christopher Alexander zustimmt, wird zur
Ausstellung sein damaliges „Linz Café“, die erste postmoderne
Architektur in der Stadt, im Hof der Landesgalerie
wiedererrichtet. (beli)
vom 17.04.2007 |