

Wien - Raymond Pettibon, dem die Kunsthalle Wien 2006/07 eine Retrospektive widmete, erhält den Oskar Kokoschka-Preis 2010. Mit der Wahl des 1957 in Tucson, Arizona, geborenen US-Künstlers würdigt die Jury laut Aussendung "einen Künstler, der sich mit Zeichnung und Text auseinandersetzt und sie in den Mittelpunkt seiner Kunst stellt". Ausschlaggebend sei dessen "spartenübergreifende künstlerische Arbeit, die ein ideologiekritischer roter Faden durchzieht und von Illustrationen von Plattencovers über die Herausgabe von Künstlerheften bis hin zu Comics reicht".
Die Übernahme von Verfahrensweisen aus der Populärkultur bei seinen oft großformatigen Zeichnungen und sein umfassendes Werk machen ihn für Gerald Bast, Vorsitzender der Jury, "zu einem der spannendsten zeitgenössischen Künstler". Die Verleihung der mit 20.000 Euro höchstdotierten Auszeichnung für bildende Kunst in Österreich findet am 1. März um 11.00 Uhr in der Universität für angewandte Kunst Wien statt.
Pettibon studierte Wirtschaftswissenschaften und Mathematik, entschied sich dann aber für die künstlerische Arbeit. Er illustrierte Fanzines, über 100 selbst gemachte Heftchen im A5-Format, die inzwischen als Raritäten hoch gehandelt werden. Vertrieben wurden sie über die Plattenfirma seines Bruders Greg Ginn. Einem größeren Publikum wurde er durch die Gestaltung von Plattencovers für Punkbands wie Black Flag, Minutemen oder Sonic Youth bekannt.
Pettibon hatte Einzelausstellungen u.a. im Museum of Contemporary Art in Los Angeles, im Philadelphia Museum of Art und bei der Whitney-Biennale. 2004 erhielt Pettibon den Whitney Biennial Bucksbaum Award und 2001 den Wolfgang-Hahn-Prize des Ludwig Museums in Köln. 2002 nahm er an der Documenta11 teil, bei der er durch eine den ganzen Raum einnehmende Collage zum 11. September 2001 Aufsehen erregte. (APA)
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