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Kunstberichte
Madrid: "Arco" und Satellitenmessen

Messe-Metropole für das Zeitgenössische

Spanische Kunst auf der "Art Madrid": Samuel Salcedos Werk
"Bocca de la Verità" (2009), angeboten von der 3 Punts Galería.

Spanische Kunst auf der "Art Madrid": Samuel Salcedos Werk
"Bocca de la Verità" (2009), angeboten von der 3 Punts Galería.

Von Thomas Kamm

Aufzählung In den Tagen nach Fasching lockt die "Arco" rund 200.000 Besucher nach Madrid.
Aufzählung Satellitenmessen bieten ein progressives Ergänzungsprogramm.

Mit einer Beteiligung von über 200 Galerien aus mehr als 30 Ländern – sie präsentieren rund 3000 internationale Künstler –, mit zirka 200.000 Besuchern und gut 3000 akkreditierten Journalisten hat sich die "ArcoMadrid", die heuer zum 29. Mal stattfindet, nicht nur zu einer der weltweit wichtigsten Messen zeitgenössischer Kunst gemausert, sondern auch zum alljährlichen Treffpunkt von Kuratoren, Museumsmanagern und Kunstexperten aus aller Welt.

Während in den Vorjahren jeweils ein Gastland zur Kunstmesse gebeten wurde – zuletzt waren das Korea, Brasilien und Indien –, hat man diesmal eine Stadt, Los Angeles, eingeladen. 17 Galerien präsentieren die Vielfalt und das künstlerische Panorama der größten und meistbevölkerten Stadt Kaliforniens. Auch in Zukunft will sich die Arco nicht mehr allein auf Länder konzentrieren, sondern ihr Augenmerk auf die städtischen Zentren einer sich weiter globalisierenden Welt richten.

Risiko und Innovation

Dabei kennt man auch in Madrid das Phänomen der – sich in der Regel vor allem an junge Galerien und deren Künstlerschaft richtenden – Satellitenmessen. Der Besuch folgender, derart gelagerter Veranstaltungen lohnt sich also vor allem für jene, die sich für progressive und/oder noch nicht etablierte Künstler interessieren.

Da wäre zum einen die zum fünften Mal stattfindende "Art Madrid" im Palacio de Cristal. Das Angebot der 65 Aussteller dürfte vor allem Freunde der spanischen Kunst ansprechen – etwa 90 Prozent der offerierten Arbeiten stammen schließlich von einheimischen Künstlern (siehe Bild). Die Veranstalter rechnen mit immerhin rund 40.000 Besuchern.

Eine Neugründung ist die "Just Madrid", die sich hingegen die Förderung internationaler Newcomer auf die Fahnen geschrieben hat. 70 Prozent der 32 Aussteller kommen aus dem Ausland (aus elf Ländern). Die angebotenen Arbeiten wurden eigens für die spezielle Messearchitektur geschaffen – Schauplatz sind "La Lonja" und "Nave de Terneras", zwei historische Industriehallen mit viel Stahl, Glas und Backstein –, und zwar mit den Vorgaben: "innovation, risk and new formats".

Ehrgeiziger Aufbau

Von Interesse ist nicht nur die Nähe zum Museo Nacional Centro de Arte Reina, sondern auch zum "Matadero Madrid". Das einzigartige Ensemble aus diversen Hallen, weitläufigen Höfen, Bürogebäuden und Garagen – einst standen hier Viehmarkt und Schlachthof –, hatte der Architekt Luis Bellido y Gonzalez (1869–1955) von 1910 bis 1925 errichtet.

Jahrzehntelang verfielen die Klinkerbauten, seit 1997 steht der Komplex unter Denkmalschutz, inzwischen hat sich das Rathaus seiner angenommen und ist nun voller Ehrgeiz dabei, das Ganze phasenweise für die zeitgenössische Kunst und Kultur auf- und auszubauen.

Der dritte Satellit, die Feria DeArte, erlebt ihre neunte Ausgabe und ist im alten Kongresspalast untergebracht, inmitten von Madrid, gegenüber vom Santiago Bernabeu. Ihr Motto ist "Arte para Vivir" – Kunst zum Leben.

29. ArcoMadrid: 17.–21. Februar, http://www.ifema.es; 5. Art Madrid, 17.–21.

Februar, http://www.art-madrid.com;

1. Just Madrid, 18.–21. Februar,

http://www.urrozproyectos.com;

9. Feria DeArte, 18.–21. Februar,

http://www.dearte.info

Kunstundauktionen

In Kooperation mit Kunst und Auktionen .

Printausgabe vom Samstag, 06. Februar 2010
Online seit: Freitag, 05. Februar 2010 22:32:00

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