Sammlung Essl zeigt "Reisen ins Ich"

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Künstlerische Selbstdarstellungen - von der Selbsterforschung und dem narzisstischen Ich bis zum Spiel mit Rollen und Identitäten - stehen im Mittelpunkt der neuen Ausstellung der Sammlung Essl in Klosterneuburg. Unter dem Titel "Reisen ins Ich" werden von Mittwoch bis 3. Februar 2002 insgesamt 78 Exponate von 22 Künstlern präsentiert.

Der Sammler bezeichnete das Thema, der Identität des Künstlers in dessen Werk nachzuspüren, als überaus spannend. Ein Künstler stehe bei gleichzeitigem Anspruch, ein Unikat zu schaffen, in einer ungeheuren Zerreißprobe mit sich und der Welt. Ausgehend von den Beständen der Sammlung Essl wurde die Schau durch Leihgaben abgerundet, wobei es den Kuratoren Siegfried Gohr und Gunda Luyken unter anderem darum ging, vollständige Werkgruppen zu zeigen.

Spannungsvolles Miteinander

Im Katalog kommen die Künstler selbst zu Wort, ergänzt durch Texte u.a. von Ingeborg Bachmann, Luc Bondy und Karl Popper. Zitate zum Thema fließen aber auch in die Ausstellung selbst ein, die, so Gohr, die Positionen der Kunstschaffenden im "spannungsvollen Miteinander" zum Ausdruck bringen und ein "Essay" der Selbstbetrachtung entwickeln soll. Gohr verwies auch darauf, dass Selbstbildnisse früher - von Dürer über Rembrandt bis zu den Romantikern - auf der "privaten Schiene" entstanden seien, ehe der freie Kunstmarkt die Künstler zur neuen Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich führte.

Das Panorama der Selbsterforschung verschiedener Künstlergenerationen umfasst die Medien Malerei, Skulptur, Zeichnung, Fotografie und Video. Gezeigt werden Werke von Uli Aigner, Siegfried Anzinger, Christian Ludwig Attersee, Günter Brus, Francesco Clemente, Chuck Close, Christina Doll, Valie Export, Gilbert & George, Martin Kippenberger, Tania Kitchell, Elke Krystufek, Maria Lassnig, Markus Lüpertz, Tracey Moffatt, Carl Moll, Zoran Music, Oswald Oberhuber, Marc Quinn, Arnulf Rainer, Arnold Schönberg und Judith Zillich.
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