"Gestern entdeckte ich ein herrliches Motiv, und zwar am
Anfang des roten Grabens. Das große Schuttfeld mit Bach, dahinter
Hochwald. Die Schutthalden in ganz klarem rotviolett (kalt). Den Wald
smaragdgrün bis Schwarz. Dazwischen eine helle kalte Hauswand. Muß sehr
schön sein, wenn ich dies herausarbeiten kann. Dies ist mein nächstes
Bild". So schrieb Anton Mahringer 1931 aus Labientschach bei Nötsch an
seine spätere Frau Regina Peschges.
Gemeinsam mit Anton Kolig, Sebastian Isepp und Franz
Wiegele zählt Mahringer zur Künstlergruppierung, die man als "Nötscher
Kreis" kennt. "Meine Aufgabe ist, die österreichische Landschaft zur Kunst
zu erheben", wußte Mahringer später. Die Landschaft, besonders jene
Kärntens, war es auch, die sein Schaffen dominierte. Das Licht des Ortes
an der Schnittstelle zum Süden sei das Besondere des Nötscher-Kreises,
betont Galerie-Direktor Gerbert Frodl, der die, in Medienpartnerschaft mit
der "Presse", veranstaltete Schau kuratiert hat.
Dem Landschaftsmaler trägt die Auswahl, die vom Frühwerk
bis zu letzten Arbeiten einen Werkausschnitt an Ölbildern versammelt,
Rechnung. Sie vermittelt ebenso das große Können Mahringers als
Porträtist. Den Schritt in die Abstraktion hat Mahringer verweigert, seine
Bilder blieben gegenständlich, vor allem der Farbe, in einem kalkulierten
Gleichgewicht aus Fläche und Lineament, verpflichtet.
Kolig war der erste, der sich nach dem Ersten Weltkrieg
in Nötsch im Gailtal niedergelassen hatte. Durch ihn gelangte auch
Mahringer nach Kärnten. 1902 in Neuhausen bei Stuttgart geboren, ging er
1926 an die Akademie in Stuttgart, wo Kolig unterrichtete. 1928 wechselte
Mahringer in dessen Klasse und noch im selben Jahr reiste Kolig mit seinen
Schülern nach Nötsch.
Vier Jahre später zog es Mahringer dann ganz ins Gailtal.
Kärnten blieb er bis zu seinem Tod am 29. Dezember 1973 verbunden. Es
wurde zum Zentrum seines Lebens und Wirkens, denn: "Nach und nach greife
ich immer mehr in ferne Gegenden Kärntens und Österreichs. . ."
(1951). mus
Bis 15. 9., Di.- Do., 10-18 Uhr. Die Schau
übersiedelt ab 22. 9. ins Museum des Nötscher Kreises.
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