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10.07.2002 - Ausstellung
Das schöne Gailtal ruft: Mahringer im Belvedere
Den 100. Geburtstag von Anton Mahringer nahm die Österreichische Galerie zum Anlaß, eine Auswahl der Ölgemälde zu zeigen.


"Gestern entdeckte ich ein herrliches Motiv, und zwar am Anfang des roten Grabens. Das große Schuttfeld mit Bach, dahinter Hochwald. Die Schutthalden in ganz klarem rotviolett (kalt). Den Wald smaragdgrün bis Schwarz. Dazwischen eine helle kalte Hauswand. Muß sehr schön sein, wenn ich dies herausarbeiten kann. Dies ist mein nächstes Bild". So schrieb Anton Mahringer 1931 aus Labientschach bei Nötsch an seine spätere Frau Regina Peschges.

Gemeinsam mit Anton Kolig, Sebastian Isepp und Franz Wiegele zählt Mahringer zur Künstlergruppierung, die man als "Nötscher Kreis" kennt. "Meine Aufgabe ist, die österreichische Landschaft zur Kunst zu erheben", wußte Mahringer später. Die Landschaft, besonders jene Kärntens, war es auch, die sein Schaffen dominierte. Das Licht des Ortes an der Schnittstelle zum Süden sei das Besondere des Nötscher-Kreises, betont Galerie-Direktor Gerbert Frodl, der die, in Medienpartnerschaft mit der "Presse", veranstaltete Schau kuratiert hat.

Dem Landschaftsmaler trägt die Auswahl, die vom Frühwerk bis zu letzten Arbeiten einen Werkausschnitt an Ölbildern versammelt, Rechnung. Sie vermittelt ebenso das große Können Mahringers als Porträtist. Den Schritt in die Abstraktion hat Mahringer verweigert, seine Bilder blieben gegenständlich, vor allem der Farbe, in einem kalkulierten Gleichgewicht aus Fläche und Lineament, verpflichtet.

Kolig war der erste, der sich nach dem Ersten Weltkrieg in Nötsch im Gailtal niedergelassen hatte. Durch ihn gelangte auch Mahringer nach Kärnten. 1902 in Neuhausen bei Stuttgart geboren, ging er 1926 an die Akademie in Stuttgart, wo Kolig unterrichtete. 1928 wechselte Mahringer in dessen Klasse und noch im selben Jahr reiste Kolig mit seinen Schülern nach Nötsch.

Vier Jahre später zog es Mahringer dann ganz ins Gailtal. Kärnten blieb er bis zu seinem Tod am 29. Dezember 1973 verbunden. Es wurde zum Zentrum seines Lebens und Wirkens, denn: "Nach und nach greife ich immer mehr in ferne Gegenden Kärntens und Österreichs. . ." (1951). mus

Bis 15. 9., Di.- Do., 10-18 Uhr. Die Schau übersiedelt ab 22. 9. ins Museum des Nötscher Kreises.

www.belvedere.at



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