Kunstmarkt
Die "Art 34" in Basel
Die Kunstmesse "Art 34" in Basel, die vom
18. bis 23. Juni stattfindet, gilt als wichtigste Messe für
zeitgenössische Kunst und Klassiker des 20. Jahrhunderts. Werke von über
1.000 Künstlern präsentieren heuer 260 ausgewählte Galerien aus über
zwanzig Ländern. Auch neun österreichische Galerien sind vertreten. 50.000
Besucher sowie 1.500 Medienvertreter werden erwartet. Aus Österreich
stellen folgende Galerien in Basel aus: Galerie & Edition Artelier
(Graz), Galerie Johannes Faber (Wien), Galerie Ernst Hilger (Wien/Paris),
Georg Kargl (Wien), Galerie Christine König (Wien), Galerie Krinzinger
(Wien), Galerie nächst St. Stephan (Wien), Galerie Thaddaeus Ropac
(Salzburg/Paris), Galerie Krobath Wimmer (Wien). Werke für ein paar
tausend Euro von jungen, noch zu entdeckenden Künstlern sind auf der "Art
Basel" ebenso zu sehen und zu kaufen, wie rare museale Meisterwerke für
mehrere Millionen Euro. Eine Umfrage der Messeleitung bei den
teilnehmenden Galerien im vergangenen Jahr habe ergeben, dass 27 Prozent
der Werke, welche sie in Basel zeigen, unter 5.000 Euro zu kaufen sind.
Das Repertoire reicht von Malerei, Zeichnungen und Editionen über
Skulpturen und Installationen bis zu Fotografie, Performance, Video und
digitale Kunst. In der Messehalle 1 finden sich unter "Art Unlimited"
auch Werke von Formaten, die traditionelle Abgrenzung von Kunstmessen
sprengen. Mit dabei sind die beiden Altmeister Richard Serra und Paul
McCarthy. Serras Monumentalskulptur "Single Double Torus" wiegt 40 Tonnen.
McCarthy hat alle Requisiten seiner Performances von 1973 bis 1983 in
sechs Koffer gepackt und das ganze "Assortment (The trunks, Human Object)"
genannt. Noch nie in der 34-jährigen Geschichte der "Art Basel" sei
der Anmeldeandrang der Galerien so groß gewesen, 930 waren es heuer. Neu
zugelassene Galerien stammen mehrheitlich nicht aus den großen Metropolen,
sondern aus Städten und Ländern, die auf dem Atlas der Kunstwelt bis dahin
meist periphere Zonen waren. Zur Ausstellung erscheint im Hatje Cantz
Verlag ein Katalog. Für die Besucher der "Art Basel" einen Ausflug
wert ist das neu errichtete "Schaulager", eine Mischung aus Museum und
traditionellem Lagerhaus in einem Industriegebiet am Stadtrand von Basel.
Dort haben die Architekten Herzog & de Meuron ein Kunsthaus gebaut,
das wie ein befremdlicher Monolith in der Landschaft steht. Die Außenwände
bestehen aus Schichten von aufgekratztem Beton, der aus dem Aushub für das
Bauwerk gewonnen wurde. Diese Materialschichten spielen auch eine
entscheidende Rolle für die Klimaregulierung im Inneren. Dort lagern die
nicht ausgestellten Werke der Sammlung der Emanuel Hoffmann-Stiftung und
sind dem Fachpublikum zugänglich. Öffentliche Ausstellungen gibt es nur
gelegentlich, noch bis zum 14. September zeigt man eine Dieter
Roth-Retrospektive.
Erschienen am: 05.06.2003 |
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