Salzburger Nachrichten am 14. Oktober 2005 - Bereich: Kultur
Das Größte weit und breit

Das Festival "Wien modern" dauert heuer vom 4. bis 28. November

WIEN (SN-mo). "Wien modern" steht wieder vor der Tür. Am 4. November beginnt die Ausgabe 2005 von Europas größtem Festival für zeitgenössische Musik. Bis zum 28. November wird es 80 Veranstaltungen an mittlerweile 15 Orten geben. "Es soll ein Festival für die ganze Stadt sein", sagte Konzerthaus-Generalsekretär Christoph Lieben-Seutter bei der Vorstellung des Programms am Donnerstag in Wien. Längst ist "Wien modern" daher aus dem Konzerthaus, wo 1988 alles begann, herausgewachsen und hat sich Orte wie das Museumsquartier, das Odeon oder das Schömer-Haus in Klosterneuburg erobert. Neu in diesem Jahr kommt das "dietheater" im Künstlerhaus dazu, wo es nicht nur mehrere Veranstaltungen, sondern auch eine "Lounge" geben wird.

Ohne Schwerpunkte kommt eine Großveranstaltung dieser Art nicht aus. Eine umfassende Würdigung wird in diesem Jahr Helmuth Lachenmann zu Teil. Der eigenwillige, kompromisslose deutsche Komponist feiert heuer seinen siebzigsten Geburtstag. Sein Œuvre ist so groß und vielseitig, dass es nur im Rahmen eines so großzügig dimensionierten Festivals angemessen präsentiert werden kann. Höhepunkte des Lachenmann-Schwerpunktes werden ein vom Extrem-Choreografen Xavier Le Roi gestaltetes Tanzprojekt mit dem Titel "Mouvements für Lachenmann" sein und "Der Mann, der sich selbst verschenkte", ein "Schauspiel mit Musik von H. L. für Kinder und Erwachsene".

Dieses wird im "Dschungel Wien", dem Theater für Jugendliche im Museumsquartier gezeigt werden, wo dieses Jahr wieder der "Dschungel Wien modern" stattfinden wird. Die Veranstaltungsreihe für junge Leute hat schon vergangenes Jahr unerwarteten Zuspruch gefunden und wird von der Ernst-von-Siemens-Kulturstiftung gefördert. Die weiteren Schwerpunkte gelten Beat Furrer und dem italienischen Komponisten Giacinto Sclesi, der sich mit seinen improvisatorischen Werken den Ruf eines "großen Mysteriösen" einhandelte. Am 27. November wird Beat Furrers neues Musiktheater "Fama" in Österreich erstaufgeführt, das heute, Freitag, bei den Donaueschinger Musiktagen seine Uraufführung erlebt. Die szenische Einrichtung stammt von Christoph Marthaler.

Von den 900.000 Euro Gesamtkosten von "Wien modern" trägt die Stadt mit 650.000 Euro wieder den Löwenanteil; 100.000 kommen vom Bund, der Rest aus Erlösen und den Beiträgen von Sponsoren, von denen die Firma Kapsch seit 17 Jahren der Treueste ist, wie Christoph Lieben-Seutter betonte.Details unter www.wienmodern.at.